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Aktuell Afrika

Das große Leid im Südsudan

Noch einmal 70.000 Menschen laufen um ihr Leben. Nahezu fünf Millionen sind vom Hunger bedroht. Die Gewalt ist schlimmer als während des Bürgerkrieges der vergangenen zwei Jahre. Ein Land am Abgrund.

Die Regensaison macht das Leben in den Flüchtlingslagern noch schwieriger - wie hier in Malakal (Foto: Getty Images / AFP)

Die Regensaison macht das Leben in den Flüchtlingslagern noch schwieriger - wie hier in Malakal

Wenige Monate nach dem Friedensschluss wird im Südsudan wieder gekämpft. Zehntausende fliehen in die Wildnis oder in die Nähe von UN-Stützpunkten. Die Unabhängigkeitsfeiern sind abgesagt. Offiziell ist der Bürgerkrieg seit April vorbei, doch das Leid der Menschen ist es nicht.

Für die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ist die Lage schlimmer als während des Bürgerkriegs der vergangenen zwei Jahre. "Es geht nicht mehr um isolierte Gefechte, sondern um ganze Regionen und große Teile der Bevölkerung, die ständiger Gewalt ausgesetzt sind", sagte die zuständige Regionaldirektorin Monica Camacho in Nairobi dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Organisation berichtet auch von einer neuen Fluchtwelle nach Kämpfen in der südsudanesischen Stadt Wau. Nach Schätzungen des Ärztehilfswerks sind etwa 70.000 Menschen geflohen, darunter 10.000 zum Stützpunkt der UN-Truppen. "Es sind vor allem Familien, die fast nichts bei sich haben und dringend Nahrung, Wasser, Unterkünfte und medizinische Hilfe brauchen", sagte der Vize-Leiter der medizinischen Sektion im Land, David Kahindi.

Frauen auf dem Weg in die Schutzzone Malakal (Foto: Getty Images / AFP)

Frauen auf dem Weg in die Schutzzone Malakal

Kämpfe + Missernten = Hunger

2,3 Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht, jeder fünfte Südsudanese. Sie versuchen sich vor allem in den nördlich gelegenen Sudan zu retten, von dem der Süden seit fast fünf Jahren unabhängig ist.

Mehrere UN-Organisationen schlagen nun Alarm: bis zu 4,8 Millionen Menschen seien vom Hunger bedroht. Die kriegerischen Konflikte und schlechte Ernten führten zu gravierenden Engpässen bei der Lebensmittelversorgung. "Die Nahrungsunsicherheit ist in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Das UN-Welternährungsprogramm werde daher voraussichtlich 3,3 Millionen Menschen mit Nothilfen versorgen.

rb/cgn (dpa, epd, kna, rtr)