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Wirtschaft

Das globale Geschäft mit der Sonne

In Sachsen wurde der erste Abschnitt des Solarparks "Waldpolenz" feierlich in Betrieb genommen. Es soll das größte Photovoltaik-Kraftwerk der Welt werden. Aber es ist nur ein Schritt im internationalen Wettbewerb.

Solaranlage Brandis, Quelle: AP

Das Solarkraftwerk Brandis soll jährlich 25.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen

Wo liegt die größte Solaranlage der Welt? Schwer zu sagen. Was gestern galt, ist schnell überholt. An der Spitze stand bis jetzt eine Photovoltaik-Anlage in der spanischen Provinz Alicante. Im sächsischen Brandis entsteht derzeit der Solarpark "Waldpolenz", der mit einer vorgesehenen Leistung von 40 Megawatt nun den ersten Platz für sich beansprucht. In diesem Kraftwerk, östlich von Leipzig, sollen ab 2009 bis zu 40 Millionen Kilowattstunden Solarstrom jährlich produziert werden. 500.000 Solarmodule werden bis dahin installiert, auf einer Fläche, die 200 Fußballfelder groß ist.

Das Megawatt-Rennen

Die Spirale dreht sich weiter und schneller. China plant für 2012 eine Anlage mit einer Leistung von 100 Megawatt. Australien will im Bundesstaat Victoria bis 2013 ein Kraftwerk mit 154 Megawatt ans Netz bringen. Gleichzeitig bauen mehrere Länder ihre Produktion von Solarzellen kräftig aus, nicht nur in Europa.

Ein internationaler Wettlauf ist ausgebrochen. "Es ist wie beim Bau von Hochhäusern", meint Norbert Allnoch, Gründer und Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien. Die Zahlen im letzten Monatsbericht der Organisation belegen den Trend: Der chinesische Hersteller Yingli Green Energy plant, seine Produktion von Solarzellen auf Siliziumbasis in drei Jahren von 100 auf 600 Megawatt zu erweitern. Ein anderes chinesisches Unternehmen, LDK Solar, hat sich vorgenommen, die Solarwafer-Produktion auf 1600 Megawatt zu steigern. In Japan will Sakai die größte Fabrik für Dünnschicht-Solarzellen ansiedeln. Und das sind nicht die einzigen Beispiele.

Energie ist sexy

Solarenergie ist kein Nischenprodukt mehr, vielmehr entwickelt sie sich zu einem globalen Geschäft. "Die Photovoltaik hat einen festen Platz im Bereich der erneuerbaren Energien erobert, wir sehen Wachstumsraten des Marktes von jährlich über 30 Prozent", sagt Allnoch. Man kann sagen: Photovoltaik ist im Moment "sehr sexy". Sie hat einen guten Ruf, obwohl sie von der Energieausbeute und von der installierten Leistung her noch weit hinter Windenergie oder Wasserkraft liegt.

Es gibt viele Gründe, die für die Sonne als Energiespender sprechen: Es handelt sich um eine unerschöpfliche Quelle von Energie, die zudem dezentral einsetzbar ist. Das ist eine besonders nützliche Eigenschaft in Regionen ohne gut ausgebaute Stromnetze.

Aber das allein erklärt noch nicht die Expansion der letzten Jahre. Es sind vielmehr die politischen Rahmenbedingungen, die in Ländern wie Deutschland und Spanien geschaffen wurden. Indem den Unternehmen Planungssicherheit gegeben wurde, haben sie den Markt erst möglich gemacht.

Erst der Anfang

Der Prozess hat eine eigene Dynamik entwickelt, weltweit entstehen immer neue Fabriken. "Andere Nationen möchten natürlich mit ihrem Know-how nicht zurückfallen, so entsteht ein internationaler Wettbewerb, der dazu führt, dass die Solarenergie sich auch weltweit durchsetzen wird", prognostiziert Allnoch. "Letztendlich geht es darum, wer als erster auf dem Markt ist. Der Standortwettbewerb kommt erst richtig in Gang."

In dieser Hinsicht haben die Deutschen starke Konkurrenten, genießen aber den Vorteil, wichtiger Exporteur von Anlagentechnik zu sein. Viele Maschinen, mit denen man in China und anderswo Solarzellen produziert, kommen aus Deutschland. Aber auch der technologische Wettbewerb ist erst am Anfang. "Ich denke, dass man in 10 oder 20 Jahren ganz andere Zellen sehen wird, mit ganz anderen Wirkungsgraden", sagt Allnoch.

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