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Sprachbar

Das Geheimnis von Türen und Toren

Dass Wörter ähnlich klingen, kommt vor. Wenn sie aber auch noch etwas Ähnliches bedeuten – zumindest, wenn man nicht so genau hinschaut –, dann ist sprachliche Verwirrung angesagt. Lüften wir das Geheimnis.

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Das Geheimnis von Türen und Toren

Welchen Unterschied gibt’s zwischen „Tür“ und „Tor“? Diese Frage wird von Sprachlernenden oft gestellt. Kein Wunder. Die Wörter klingen ähnlich und bedeuten, na ja, zumindest etwas ähnliches. Eine Tür ist eine – in der Regel drehbare – Einrichtung zum Schließen einer Öffnung in einer Wand, in einer Mauer, in einem Durchgang oder in einem Einstieg. Das sagt uns zumindest die Wissensplattform Wikipedia. Für „Tor“ ist als Definition aber zu finden – Zitat: „Als Tor wird in der Architektur eine größere Öffnung in einer Mauer, einem Zaun oder einem Gebäude bezeichnet“. Okay, verstanden. Der erste Unterschied ist also: Ein Tor ist größer, meistens. Denn ein Gartentor in einem Gartenzaun kann ziemlich klein sein. Die Kirchentür vom Kölner Dom dagegen ist ziemlich groß. So einfach ist das also dann doch nicht.

Drinnen und draußen

Wandbild Oma und Opa auf einem Garagentor. Der Opa liest Zeitung, die Oma strickt. (picture-alliance/dpa/M. Latz)

Manches Garagentor ist als solches nicht immer sofort erkennbar!

Eine Tür führt in einen Innenraum oder verbindet zwei Innenräume. Die Haustür führt ins Haus hinein, die Wohnungstür in die Wohnung und die Zimmertür in ein Zimmer. Zwei Zimmer werden durch eine Zwischentür verbunden und die gekühlten Lebensmittel warten hinter der Kühlschranktür.

Bei all diesen Türen würde niemand von einem „Tor“ sprechen. Ein Haustor, auch Eingangstor, gibt es schon. Nur liegt dahinter dann ein Hof oder ein Vorgarten. Warum es allerdings dann „Garagentor“ heißt und nicht „Garagentür“, ist eines der vielen Rätsel der deutschen Sprache.

Die Geheimnisse des Türbauers

Wer sich jemals damit befasst, in einem Haus oder in einer Wohnung neue Türen einzubauen, der muss erst einmal ein Paar neue Begriffe lernen oder umlernen. Das, was wir landläufig „Tür“ nennen, also der Teil, der geöffnet und geschlossen wird, heißt in der Sprache der Türbauer „Türblatt“. Logisch, denn eine Tür besteht aus mehr als nur dem Türblatt.

Ein Handwerker ist dabei, eine Zimmertür in die Zarge einzuhängen (picture-alliance/dpa/K. Remmers)

Beim Einbau einer Zimmertür ist einiges zu beachten

Dazu gehört auch noch der „Türrahmen“. Aber Achtung, der heißt in der Fachsprache „Türzarge“. Auch beim Wort „Drehtür“ kann es zu Missverständnissen kommen. Eine sich drehende Tür, zum Beispiel in einem Einkaufszentrum heißt in der Fachsprache „Karusselldrehtür“, eine normale Tür wiederum heißt „Drehtür“. Wie bitte?

Dann gibt es noch Schiebetüren, Schwingtüren, Falttüren und Klapptüren. Die klappen übrigens von oben nach unten. Gut, dass man sich mit so etwas im Normalfall nicht beschäftigen muss.

Das Tor mit einem bedeutungsvollen „o“

Groß und mächtig hört es sich an, das „o“ im Wort „Tor“. Und so ist es auch gemeint. Ein Tor ist mehr als eine Öffnung in der Mauer. Ein Tor ist Ein- und Ausgang in eine Stadt, in ein Schloss oder eine Burg – und es wird beziehungsweise wurde bewacht: von einem Torwächter. Wichtig ist nur, dass man hindurchgehen kann und dass sich kein Innenraum anschließt. Ein Tor kann auch selbst ein Gebäude sein. Hauptsache, man ist wieder im Freien, wenn man hindurchgegangen ist.

Doch natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen. Hinter einem Fabriktor liegt oft direkt die Fabrikhalle. Das ist bekanntlich drinnen. Immerhin: Es ist groß!

DAS Tor

Und dann gibt es noch das Tor der Tore. Das Ziel beim Fußball, Handball oder beim Eishockey, das je nach sportlicher Phantasie auch mal „Kasten“, „Bude“, „Goal“ und auch schon einmal „Allerheiligstes“ genannt wird.

Symbolbild Fußball: Ein rot-weißer Fußball ist im Netz eines Fußballtores gelandet. Im Hintergrund sind Fußballspieler in Aktion. (picture-alliance/blickwinkel/McPhoto)

Ein Tor im doppelten Wortsinn

Durch dieses Tor tritt man nicht hindurch, man „schießt“ es, man „erzielt“ es, oder man „macht“ es. Dann ist man ein „Torjäger“ oder ein „Torschütze“ und vielleicht sogar der „Torschützenkönig“.

Das „Eigentor“, wenn also ein Spieler versehentlich das falsche Tor trifft, hat seinen Weg aus der Fußballsprache auch in den allgemeinen Wortschatz gefunden. Wer redensartlich „ein Eigentor schießt“, sorgt durch einen unbedachten Schritt dafür, dass er sich selbst schadet.

Tooooooooooooor!

Im Vergleich zum Brandenburger Tor ist das Fußballtor zwar ziemlich klein. Doch für viele bedeutet es viel mehr, als jedes noch so monumentale Bauwerk. Und trotz ähnlicher Bedeutung, des einen oder anderen Unterschieds, hat dieses Tor der Tür etwas voraus: „Tüüüüüüüüüüüür“ zu rufen, würde ziemlich albern klingen.

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