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Top-Thema – Podcast

Das Geheimnis der Ostereier‎

Jedes Jahr im Frühling feiern Christen auf der ganzen Welt das Osterfest. Wie bei allen Festen gibt es auch zu Ostern zahlreiche Bräuche und Geschichten. Eine Geschichte handelt von dem Osterhasen. ‎

Ein Zeichnung aus einem Kinderbuch: Ein Hase verkauft bunte Eier an Kinder

Der Hase und die Ostereier gehören zusammen

Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland wissen nicht mehr, dass zu Ostern die Auferstehung Jesu Christi gefeiert wird. Doch den Osterhasen kennen alle: In Ländern wie zum Beispiel Deutschland oder der Schweiz bringt der Osterhase bunt bemalte Eier und versteckt diese im Garten. Am Ostersonntag machen sich Kinder und Erwachsene auf die Suche nach den Eiern.

Die Geschichte vom Hasen und den Ostereiern hat allerdings wenig mit der Auferstehung Jesu Christi zu tun. Sie stammt von den evangelischen Christen. Sie wollten ihren Kindern erklären, warum es an Ostern so viele Eier gab – und machten einfach den fruchtbaren Hasen dafür verantwortlich.

Der Bonner Brauchtumsforscher Alois Döring erzählt, dass es früher an Ostern besonders viele Eier in den Hühnerställen gab. Das lag daran, dass die Katholiken während der Fastenzeit keine Eier essen durften. Die Protestanten lehnten die Fastenzeit ab, aber nicht das Osterfest, mit dem das Fasten beendet wird. Das feierten auch sie mit vielen bunten Eiern. Denn diese standen – wie in vielen Kulturen – für neues Leben und bei den Christen für die Auferstehung Christi von den Toten.

Die ersten Geschichten vom Osterhasen gibt es in der evangelischen Literatur des 17. Jahrhunderts. In manchen Regionen brachten zwar auch der Fuchs oder der Rabe die Eier, doch am Ende setzte sich der Hase durch. Alois Döring vermutet, dass das Osterfest und seine Bräuche bleiben werden. Auch wenn Religion für viele Menschen eine immer kleinere Rolle im Alltag spielt.


Glossar

Brauch, der – eine traditionelle Handlung, die es schon sehr lange gibt

Auferstehung, die – hier: die Geschichte, dass Jesus nach seinem Tod wieder lebendig wurde

Jesu Christi – der lateinische Genitiv von Jesus Christus

bunt bemalt – so, dass man mit vielen Farben auf etwas gemalt hat

sich auf die Suche machen – mit der Suche beginnen

evangelisch – zu einer bestimmten christlichen Glaubensrichtung gehörend

fruchtbar – hier: so, dass man viele Kinder bekommt

Brauchtum, das – alle (traditionellen) Bräuche

etwas liegt an etwas – etwas ist der Grund für etwas

Katholik/in, der/die – ein Christ einer bestimmten Glaubensrichtung ↔ evangelischer Christ

Fastenzeit, die – die Zeit, in der Gläubige weniger essen oder bestimmte Sachen nicht essen

für etwas stehen – hier: ein Bild oder ein Symbol für etwas sein; etwas darstellen

Rabe, der – ein großer schwarzer Vogel

sich durchsetzen – hier: bleiben

etwas spielt eine Rolle – etwas ist wichtig


Fragen zum Text

1. Woher stammt die Geschichte des Osterhasen?

a) aus der Zeit, in der Jesus lebte

b) aus dem siebzehnten Jahrhundert

c) vom Bonner Forscher Alois Döring

2. Der Hase wurde für die vielen Eier zu Ostern verantwortlich gemacht, weil er …

a) gerne Eier versteckt.

b) ein besonders fruchtbares Tier ist.

c) gerne Eier isst.

3. Eier sind in vielen Kulturen ein Symbol für …

a) Hasen und Füchse.

b) die Fastenzeit.

c) neues Leben und Fruchtbarkeit.

4. Was bedeutet: "Alois Döring vermutet, dass das Osterfest bleiben wird"?

a) Er glaubt nicht, dass es Ostern bald noch geben wird.

b) Er denkt, dass das Osterfest wahrscheinlich lange bleiben wird.

c) Er wünscht sich, dass es das Fest noch lange gibt.

5. Wie kann man diesen Satz anders sagen: "Die Protestanten lehnten die Fastenzeit ab"?

a) Sie waren gegen die Fastenzeit.

b) Sie glaubten nicht an die Fastenzeit.

c) Sie hatten eine kürzere Fastenzeit als die Katholiken.

Arbeitsauftrag
Feiert man Ostern auch in Ihrer Heimat? Wenn ja, wie feiern Sie Ostern? Wenn nein, gibt es eine Fastenzeit und wie feiert man ihr Ende?

Autor: Shirin Kasraeian

Redaktion: Ingo Pickel

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