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Sprachbar

Das flasht!

Jugendsprache entwickelt sich meist so schnell wie die Jugendlichen selbst. Was heute in ist, ist morgen schon megaout. Hopfenblütentee? Aknestäbchen? Klappkaribik? Haben Sie alles gecheckt?

Irgendwann kommt dieser Tag. Da stellen Eltern und ihre Kinder fest, dass sie zwar alle Deutsch sprechen – aber irgendwie trotzdem nicht dieselbe Sprache. "Wir verstehen Dich überhaupt nicht", klagen Mama und Papa – während der Sohn sich beschwert, dass die oder der Alte "die Message voll nicht checken!"

Ein Geheimcode

Tafel mit Aufschrift: Tipps und Tricks

Ratschläge geben: Das flasht gar nicht!

Das ist vielleicht manchmal aber auch gut so. Jugendsprache ist nämlich ein Geheimcode. Wer den beherrscht, gehört dazu. Wer ihn nicht beherrscht, sollte es auch besser gar nicht erst versuchen.

Wenn Eltern nämlich einen auf jung machen und ihrem Sohn sagen, seine neue Freundin sei so richtig knorke – dann erntet das so viel Respekt wie ein rosa Mofa beim Gang-Treffen. Und sie outen sich sofort als Angehöriger der Erzeugerfraktion, sprich: Jeder merkt, sie sind erwachsen und Eltern. Das flasht dann so gar nicht. Deshalb hier ein Kurs für Express-Checker, pardon: Schnellmerker. Wobei Sie weise unterscheiden sollten zwischen Jugendsprache und dem, was Experten für Jugendsprache halten. Außerdem sprechen die Teenies ja nicht ständig so. Aber wenn, sollten Sie vorbereitet sein, um zumindest bei einigen Begriffen mithalten zu können.

Das Aussehen

Ein Weihnachtsmann steckt wegen seines dicken Bauches im Kamin fest

Wohl zu viel Hopfenblütentee getrunken?

Lektion eins: In der Welt der Jugend geht es ziemlich oft ums Aussehen. Und da wird gesagt, wie’s ist. Eine korpulente Frau in zu enger Kleidung wird zur Speckbarbie. Ein Mann, dem man seine Liebe zum Hopfenblütentee, also zum Bier, am Bauch ansieht, bekommt einen Weizenspoiler oder ein Feinkostgewölbe attestiert.

Und wenn er dann womöglich noch eine Mundgardine hat, ist das total minus – sprich: Sein hässlicher Bart steht ihm gar nicht gut. Unrettbaren Fällen legen die charmanten Youngsters den Besuch in der Änderungs-Fleischerei nahe. Merke: Jugendsprache ist direkt, unverblümt und bildhaft. Denn in einer Änderungs-Fleischerei, einer Schönheitsklinik, wird ja wie der Fleischerei geschnippelt und geschnitten, um den Körper zu verändern. Na danke schön!

Das Essen

Eine Schale Pommes Frites mit Mayonnaise und Ketchup

Eine Assischale

Wenn dagegen vor der Disco der eine Teenie zum andern meint: "Krass, die Schnitte ist voll lecker" hat er mitnichten Hunger, sondern eine attraktive Frau ist gesichtet. Apropos Hunger: Hier sind wir schon bei Lektion Zwei. Die Imbissbude birgt ein weiteres Fettnäpfchen-Risiko für den Oldtimer. Wenn Sie da als Erwachsener wie folgt bestellen: "Ich würde hier gerne eine Portion Pommes Frites mit einer Bratwurst oder einer Frikadelle verzehren", ist das extrem uncool.

Beeindrucken Sie die Kids lieber mit einem lässigen: "Ey, eine Schale Aknestäbchen! Und dann noch 'ne Phosphatstange dabei oder 'n Elefantenpopel." Falls der Imbissbudenbesitzer der Jugendsprache nicht mächtig sein sollte, können Sie die uncoole Bestellung ja nachliefern – samt Erklärung.

Nicht am Imbiss: Beraterpommes

Ein Stück Sushi eingeklemmt zwischen zwei Stäbchen

Gibt's nicht an der Imbissbude

Wahrscheinlich kommen die Begriffe daher, dass man von fettigen Pommes Pickel kriegt, die Bratwurst ironisch als Ansammlung von ekligen Zusatzstoffen wie Phosphaten verschrien ist – und eine Frikadelle aussieht wie das, was der Vorstellung nach einem Elefanten aus dem Rüssel herausfallen könnte... Na ja!

Achtung: Sollten Sie übrigens Beraterpommes ordern, dann sind Sie an der Imbissbude falsch. Das bei Anzug tragenden Managern beliebte Sushi gibt’s beim Japaner um die Ecke.

Die Freizeitgestaltung

Eine Frau liegt auf einer Sonnenbank

Urlaubsbräune to-go im Münzmalle

Kommen wir zu Lektion drei, der Freizeitgestaltung. Ein Oldtimer würde sagen: "Wir gehen aus!" Auf jugendlich: "Lass mal die Socken scharf machen und dann auf Piste!" Zunächst aber den Taschendrachen rausholen und damit eine Zigarette anzünden.

Danach auf 'ne Viertelstunde in die Klappkaribik – also ins Sonnenstudio – auch Assitoaster genannt. Alternativ darf es auch das Münzmalle sein. Malle ist die Kurzform für Mallorca und dahin reisen die Klischee-Deutschen bekanntlich unter anderem nur, um sich in der Sonne zu bräunen.

In der Disse

Tanzende in einer Diskothek

Hier wird richtig gebounct!

Nach dem Besuch in der Klappkaribik könnte man ja mal checken, was in der Disse so Phase ist. Will sagen: Mal sehen, was in der Diskothek heute Abend los ist.

Ein Rat vorab: Nicht zu viele Cocktails, sonst erwischt Sie auf dem Heimweg der Promillologe. Damit ist ein bestimmter Experte für Alkohol gemeint, nämlich der Polizist, der einen Alkoholtest macht.

Pangalaktisches Erlebnis

Nun aber mal rauf auf die Tanzfläche. Wenn Sie bouncen ist alles super, Sie haben das Tanzen drauf! Wenn dagegen alle sagen: "Ey, der ist voll am Abspacken" – gehen Sie lieber noch mal in den Discofox-Kurs. Oder halten Sie durch und treffen Sie vielleicht den total smexy – eine Mischung aus den Wörter smart und sexy – Partner Ihrer Träume. Dann wird es nämlich noch ein grandioser Abend. Massiv vierlagig! Voll analog! Pangalaktisch!


Fragen zum Text

Weibliche Erwachsene werden umgangssprachlich auch als … bezeichnet.

1. Kampffussel

2. Alte

3. Milchbubi

Hat jemand etwas getan, was für einen anderen peinlich ist, dann …

1. ist jemand in den Hintergrund getreten.

2. ist jemand in ein Fettnäpfchen getreten.

3. ist jemand auf den Plan getreten.

Pickel ist kein(e) …

1. Hautunreinheit.

2. Werkzeug.

3. Kopfbedeckung.

Arbeitsauftrag

Suchen Sie im Internet nach einem Jugendsprache-Lexikon. Schreiben Sie eine kurze Geschichte, in der Sie Ausdrücke aus diesem Lexikon verwenden. Tauschen Sie Ihre Geschichten in der Gruppe untereinander aus und "übersetzen" Sie die Ausdrücke ohne Zuhilfenahme eines Wörterbuchs.

Autorin: Anna Kuhn-Osius

Redaktion: Beatrice Warken

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