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Global Ideas

Das Feuer aus der Tiefe – Erdwärme

Im Inneren der Erde brodelt es. Die Hitze ist nutzbar, zur Wärmelieferung, aber auch für Strom.

Die Erde ist ein heißer Planet – heiße Quellen, Geysire, Vulkane zeugen davon. Auch in den für Menschen bisher erreichbaren Tiefen von maximal 5000 Metern ist Erdwärme überall vorhanden und als Energiequelle nutzbar. Die Vorteile liegen auf der Hand: Erdwärme ist praktisch unerschöpflich, es lässt sich Wärme und Strom daraus gewinnen und sie setzt kaum klimaschädlichen Gase frei. Das Feuer aus der Tiefe zu nutzen, ist eine der großen technischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Wie diese angenommen wird, konnten GLOBAL IDEAS-Reporter an verschiedenen Orten der Welt beobachten.

Geothermie in Europa

Video ansehen 26:07

Feature: Erdwärme

Die isländische Hauptstadt Reykjavik verfügt über das größte Fernwärmenetz der Welt. Sieben Kraftwerke produzieren Strom mit der Hitze aus der Tiefe. Island schöpft mehr als zwei Drittel seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen, gut die Hälfte liefert die Erdwärme. Damit werden neben Häusern auch zahlreiche Bäder und Treibhäuser beheizt.

Die Türkei ist nach Island das Land in Europa mit den besten Voraussetzungen für geothermische Energie. Doch nur rund ein Prozent des produzierten Stroms stammt bisher aus Erdwärme. Neue Gesetze der Regierung sollen das ändern. Mehr als 150 geothermische Felder gibt es landesweit, die meisten heiß genug, um Strom erzeugen. Und um Gebäude und Treibhäuser zu beheizen. GLOBAL IDEAS-Reporter waren im Großraum Izmir unterwegs, der führend in der Nutzung der Erdwärme ist.



Erdwärme in Asien

Indonesien, ein Land am Pazifischen Feuerring mit mehr als 150 aktiven Vulkanen, hat das größte Geothermiepotential weltweit. Es nutzt bisher aber nur rund fünf Prozent davon. Um künftig unabhängiger von Öl und Kohle zu werden, will die Regierung bis 2015 seine Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Geothermie nahezu verzehnfachen. Auch mit deutscher Unterstützung werden landesweit Erkundungsbohrungen vorangetrieben.

In China boomt die oberflächennahe Geothermie - besonders in Großstädten wie Peking und Schanghai: Erdsonden, versenkt bis in maximal 400 Meter tiefe Bohrlöcher, nehmen die Energie des Untergrunds auf und geben sie oben an Gebäude ab. Ein Kreislauf, der zum Heizen und Kühlen funktioniert – mit der Erde als Wärmetauscher. GLOBAL IDEAS hat sich auf einer der großen Baustellen Pekings umgeschaut, wo künftig 500 Erdsonden 70.000 Quadratmeter Gebäudeflächen mit Energie versorgen sollen.

Alte Grube, neue Vision

Stillgelegte Bergwerke haben noch lange nicht ausgedient. Das überall vorhandene 35 bis 40 Grad warme Grubenwasser könnte genutzt werden, um Gebäude zu heizen - oder zu kühlen. So etwa in einem futuristischen Gebäude auf der Zeche Zollverein im Ruhrgebiet. In der Region könnten rund 80 Millionen Kubikmeter Grubenwasser eine komplette Kleinstadt beheizen. Auf der ganzen Welt könnten alte Minen so neue Energie liefern.

Ein Film von Anne Hoffmann

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