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Kultur

Das Ende naht

Der Stimme Österreichs in der Welt droht das Aus. Bis Ende März soll der Sender komplett abgeschaltet werden. Hörerverbände aus aller Welt haben jetzt eine Aktion zur Rettung von Radio Österreich International gestartet.

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Bald kein Kurzwellenradio mehr aus Österreich?

In einem offenen Brief an den Stiftungsrat des Österreichischen Rundfunks (ORF) versuchen verschiedene Hörerverbände, die Schließung des Sendebetriebs bis zum 30. März 2003 zu verhindern. Über den Fortbestand von Radio Österreich International (ROI) fällt demnächst der Stiftungsrat - das höchste Entscheidungsgremium des ORF - eine endgültige Entscheidung.

"Wir hoffen auf die Kraft der Einsicht", erklärt Michael Schmitz von der Assoziation Deutschsprachiger Kurzwellenhörer (ADDX) in Düsseldorf. Verantwortlich für die Krise sei die einzigartige rechtliche Grundlage für den Auslandsrundfunk in Österreich: In ihrem offenen Brief wenden die Hörerverbände ein, dass Österreich weltweit der einzige Staat sei, in dem der internationale Sendebetrieb nicht direkt oder indirekt aus öffentlichen Mitteln finanziert werde.

Ein Vorschlag der Hörerverbände lautet deshalb: Die Bundesregierung und ORF müssten sich die Kosten teilen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass dieser Vorschlag angenommen wird. Denn schon Ende 2001 zog sich die österreichische Regierung aus allen finanziellen Angelegenheiten von ROI zurück und gab dem ORF die komplette Verantwortung, ohne dabei den Etat des ORF dafür zu steigern.

Arabisch und Esperanto eingestellt

Bis Herbst 2002 sendete ROI noch in sechs Sprachen. Neben Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch gab es Programme in Arabisch und in Esperanto. Letztere sind inzwischen bereits aus dem Äther verschwunden. Auch die Sendezeiten für die verbliebenen Fremdsprachenprogramme wurden gekürzt. Der deutschsprachige Dienst musste seinen Sendebetrieb hauptsächlich mit Programmen vom ORF fortführen; nur noch wenige Programme konnten in Eigenproduktion verwirklicht werden.

Internet contra Kurzwelle?

Für die Mitarbeiter der Hörerverbände ist "die Entscheidung ab absurdum", sagt Michael Schmitz. "Denn erst in jüngster Zeit investierten sie in die Zukunft, in neue Techniken und ins Internet". Dass Kurzwellensender keine Zukunft haben und dass Internet die Kurzwelle ersetzen könnte, lassen die Hörerverbände nicht gelten. Noch immer sei das Internet weltweit nur für eine kleine Minderheit zugänglich. Deswegen sei es nicht verwunderlich, dass die BBC im letzten Jahr die von ROI aufgegebenen Kapazitäten zur Nahost-Versorgung übernahm, statt ein paar zusätzliche Internet-Server aufzustellen.

Auch in Deutschland werden viele Hörer ROI vermissen, meint Michael Schmitz. Es gäbe eine hohe Zahl von Stammhörern, viele konnten so den Draht zum Nachbarland halten. "Mit ihrer höchst individuellen Alpenstimme und dem unverwechselbarem Programmformat macht sie uns viel Spaß".

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