Das ″Ende des Krieges″ gegen den IS? | Aktuell Nahost | DW | 10.12.2017
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Irak

Das "Ende des Krieges" gegen den IS?

Nach jahrelangen schweren Kämpfen hat Iraks Regierung den vollständigen Sieg über die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" erklärt. Die USA zeigen sich erleichtert, mahnen jedoch zur Wachsamkeit.

"Euer Land wurde vollständig befreit", sagte Ministerpräsident Haidar al-Abadi am Samstagabend in einer Fernsehansprache an das irakische Volk. Mit der Eroberung einer Wüstenregion an der Grenze zu Syrien, dem letzten Zufluchtsort der IS-Dschihadisten im Land, hätten die irakischen Truppen gesiegt.

"Die irakische Flagge weht nun über dem gesamten irakischen Land und über dem fernsten Grenzposten", so Abadi weiter. "Daher verkünde ich das Ende des Krieges gegen Daesch." Daesch ist das arabische Kürzel für den "Islamischen Staat".

Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi erklärt Sieg gegen IS (Getty Images/AFP/H. M. Ali)

Regierungschef Al-Abadi im Fernsehen: "Wir haben den Feind in kurzer Zeit besiegt"

Die USA begrüßten das Ende der "abscheulichen Besatzung" durch den IS, nachdem die "letzten Überbleibsel" des selbsternannten Kalifats im Irak zerstört worden seien. Doch seien sich die Regierungen in Washington und Bagdad einig, dass der "Kampf gegen den Terrorismus und auch gegen den IS im Irak nicht vorbei ist", fügte eine Sprecherin des US-Außenministeriums hinzu. "Wir müssen wachsam sein beim Parieren aller extremistischer Ideologien, um eine Rückkehr des IS oder das Aufkommen von Bedrohungen durch andere terroristische Gruppen zu verhindern."

Der IS hatte 2014 große Teile des Iraks und Syriens überrannt. Den Höhepunkt ihrer Macht erreichte die Terrormiliz vor gut drei Jahren, nachdem sie die irakische Großstadt Mossul in nur wenigen Stunden unter Kontrolle bringen konnte. Nach Angaben der US-geführten Militärkoalition hat die Miliz inzwischen jedoch mehr als 95 Prozent ihres einstigen Gebiets wieder verloren.

Neue Strategie?

Experten rechnen nun damit, dass untergetauchte Dschihadisten verstärkt auf Terroranschläge sowie eine Guerilla-Taktik setzen werden. Zudem konzentrierte sich ihre Aktivität zuletzt stärker auf andere Länder. So kam es etwa in Afghanistan mehrfach zu Anschlägen, zu denen sich der "Islamische Staat" bekannte.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte derweil mit, Kämpfer des IS hätten das Dorf Baschkun in der Provinz Idlib erobert, nachdem sie sich tagelange Kämpfe mit dem rivalisierenden Bündnis "Hayat Tahrir al-Scham" geliefert hätten. Vor wenigen Tagen soll es dem IS bereits gelungen sein, mehrere Dörfer in der Nachbarprovinz Hama einzunehmen. Die in London ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten vor Ort. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

wa/haz (afp, dpa, rtr)

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