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Asien

Das Duo, ohne das in Kopenhagen nichts geht

Die zwei größten Treibhausgas-Verursacher sind China und die USA. So lange sie nicht bereit sind, verbindliche Zusagen in den Klimaverhandlungen zu machen, werden sich viele andere auch nicht festlegen wollen.

AP Photo/Greg Baker)

Leuchtende Mahnung: Mit diesem Slogan in Peking möchte "Greenpeace China" die Bevölkerung wachrütteln

"Die USA und China sind Schlüsselländer für einen erfolgreichen Abschluss in Kopenhagen", betont Greenpeace-Delegationsleiter Martin Kaiser. Die USA, weil sie historisch gesehen der größte Klimasünder sind – und auch weiterhin die weitaus größten CO2-Emissionen Pro-Kopf haben. China, weil es die Menge macht: Der aufstrebenden Wirtschaftsmacht hat in der Gesamtsumme der CO2-Emissionen die USA bereits überholt.

Besser als ihr Ruf?

(c) dpa - Bildfunk

Smog in Peking - derzeit noch ein alltägliches Bild

Die Signale vom letzten APEC-Gipfel in Singapur waren nicht gerade positiv. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass US-Präsident Barack Obama die Zustimmung in Senat und Kongress für ein ehrgeiziges, verbindliches Klimaabkommen erhalten kann. Und China gibt ganz klar der wirtschaftlichen Entwicklung Priorität. Dennoch, so der Chef des UN-Umweltprogramms - Achim Steiner - sollte man die Positionen der beiden Klimasupermächte vielleicht etwas zurückhaltender bewerten.

Unglücklicherweise werden sowohl China als auch die USA in den Verhandlungen heute mehr nach ihrer Vergangenheit als nach den Zukunftsaussichten beurteilt." Dabei würden gerade diese beiden Nationen langfristig von einer CO2-niedrigen Wirtschaft besonders profitieren, so der UNEP-Chef.

Eigeninitiative

Die Verhandlungspositionen der beiden Supermächte spiegeln nicht unbedingt die Situation im eigenen Land. So sind viele Kommunen in den USA bereits weitaus klimafreundlicher als die Regierung in Washington. Mit eigenen Klimainitiativen übernahmen 300 amerikanische Kommunen die Emissionsziele des Kyoto-Protokolls, während sich die Bush-Regierung weigerte, das Protokoll zu unterzeichnen.

(c) dpa - Bildfunk

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, präsentiert bei einer Autoschau in Los Angeles 2006 ein Auto mit Alternativtreibstoffmotor

In Kalifornien hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger mit Hilfe der demokratischen Mehrheit im Regionalparlament seinem Bundesstaat eine Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen verordnet: minus 20 Prozent bis 2025. Er verklagte die sechs großen Autokonzerne des Landes auf Schadensersatz für die Folgen des Klimawandels. Was Kalifornien der Industrie abverlangt, wirkt weit über den Bundesstaat hinaus. Kein Konzern will den Riesenmarkt an der Westküste verlieren.

Umdenken in China

(AP Photo/Greg Baker)

Windkraftanlage in der Wüste Gobi

Und auch China ist in mancher Hinsicht weitaus klimafreundlicher als allgemein angenommen wird, betont UNEP-Chef Achim Steiner und hebt den Bau des U-Bahn-Systems in Shanghai hervor. Dort entsteht zurzeit das weltweit größte U-Bahn-System mit einer mehr als 400 Kilometer unterirdischen Schienenstrecke. "Das wird Millionen von Autos von den Straßen nehmen." Außerdem: Bereits heute ist China Weltführer in solarthermische Anlagen, die Windkraftanlagen in China produzieren jährlich mehr Megawatt als in jedem anderen Land der Erde.

Neue Gespräche

In Kopenhagen müssen sich die beiden Klima-Supermächte vor allem auf verbindliche Ziele festlegen. Aber: Die Situation ist vielleicht doch nicht so festgefahren, wie viele befürchten. Das meint zumindest der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer. Denn immerhin finden mittlerweile bilaterale Gespräche zwischen Washington und Peking statt. "Das ist auf jeden Fall ein sehr positives Zeichen. Und gemeinsam könnten die USA und China sehr viel erreichen."

Autorin: Helle Jepessen
Redaktion: Claudia Hennen / Esther Broders