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Wirtschaft

Das deutsche Bankensystem - ein Fels in der Brandung

Deutschlands dreigliedriges Bankensystem aus privaten, genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Banken wurde oft als wettbewerbsverzerrend gescholten. Doch in der Krise zeigt es sich robuster als alle anderen.

Finanzminister Peer Steinbrück geht zu einer Kabinettsitzung

Finanzminister Peer Steinbrück: 'Das deutsche Universalbankensystem ist robuster als alle anderen'

Die deutsche Bankenlandschaft ruht bekanntlich auf drei Säulen – ein System, das sich in der heutigen Finanzkrise stabiler zeigt als alle anderen. Die privaten Geschäftsbanken sind die erste Säule. Daneben gibt es die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken mit rund 1250 Filialen. Als dritte Säule gibt es die Sparkassen. Die haben einen öffentlichen Auftrag: Sie sollen den Mittelstand mit Krediten versorgen – die Gewinnerzielung ist bei ihnen nicht das oberste Ziel. Eigentümer sind der Staat und die Länder.

Schelte aus Brüssel

Börsenmakler vor Kurstafel

Turbulenzen ohne Ende - doch bei den deutschen Banken geht es vergleichsweise ruhig zu

Dieses System ist oft gescholten worden. Den privaten Banken war ein Dorn im Auge, dass die öffentlichen Banken, für der Staat haftet, sich zu günstigeren Konditionen refinanzieren können – ein Wettbewerbsvorteil. Auch deshalb hat die EU-Kommission in Brüssel darauf gedrängt, dass die so genannte Gewährsträgerhaftung für die öffentlichen Banken abgeschafft wird. Doch nun schlägt das Pendel zurück, das gescholtene System erlebt eine Renaissance, weil es sich als robuster erweist als zum Beispiel das amerikanische System der reinen Spezialbanken.

Robuster als Spezialbanken

"Das deutsche Universalbankensystem hat sich als robuster und resistenter herausgestellt als das amerikanische Bankensystem", sagte Finanzminister Peer Steinbrück kürzlich im Deutschen Bundestag – und er sollte recht behalten. Natürlich haben sich auch deutsche Institute an amerikanischen Schrotthypotheken verhoben. Aber davon sind die vielen Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen, die in der Fläche vertreten sind, so gut wie gar nicht betroffen – erst recht nicht von der berühmten Kreditklemme. "Die deutschen Sparkassen haben trotz eingetrübter Konjunktur und Finanzkrise im ersten Halbjahr sogar wesentlich mehr Kredite an Unternehmen vergeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die hierdurch erzielte Stabilität ist ein Vorzug des häufig gescholtenen Drei-Säulen-Modells", so Steinbrück.

Ein Handwerker repariert die Leuchtstoffwerbeung einer Sparkassen-Filiale

Die Sparkassen in Deutschland freuen sich über einen neuen Boom bei den Einlagen

Das spürt auch der Bürger – und trägt sein Geld dort hin, wo es sicher ist. Einer Umfrage zufolge sind die Einlagen bei den Sparkassen seit Ende September um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Allein die Hamburger Sparkasse (Haspa) verzeichnete ein Plus um 500 Millionen Euro. Firmenchef Harald Vogelsang. "Allein seit dem vergangenen Montag haben wir mehr als 500 neue Kunden gewonnen", besonders Sparkonten und Termineinlagen seien gefragt. Auch die Sparkassen in anderen großen Städten verwalten mehr Geld. Bei der Sparkasse Köln stiegen die Einlagen um 355 Millionen Euro. Bei der Düsseldorfer Sparkasse beträgt das Plus innerhalb der vergangenen zwei Wochen 200 Millionen Euro.

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