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Welt

Das demokratische Duell wird härter – schön für McCain

Für ihren Sieg bei den jüngsten Vorwahlen gebührt Hillary Clinton Respekt. Dass sie die demokratische Präsidentschaftskandidatin wird, ist aber noch immer unwahrscheinlich, meint Christina Bergmann.

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Hillary Clinton hat wieder einmal gezeigt, dass sie eine Kämpferin ist. Zum dritten Mal in diesem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur hat sie am Dienstag (4.3.2008) Siege errungen, als Experten und Journalisten sie eigentlich schon ausgezählt hatten. Dafür gebührt ihr Respekt – und es gibt ihr die Berechtigung, im Rennen zu bleiben.

Christina Bergmann

Christina Bergmann

Allerdings kommt sie an der Tatsache nicht vorbei, dass ihr Konkurrent Barack Obama noch immer die Mehrheit der gewählten Delegiertenstimmen auf sich vereinen kann – und die Stimmen der meisten Wähler. Clintons Wahlkampf hat zwar wieder an Schwung gewonnen – aber das Sammeln der Delegierten ist nach wie vor mühsam, ja mathematisch nahezu unmöglich. Das liegt daran, dass bei den Vorwahlen der Demokraten die Stimmen anteilig vergeben werden. Clinton bräuchte einen sehr großen Vorsprung in allen ausstehenden Wahlen, um Obama auch nur einzuholen. Und genau hier liegt die Gefahr.

Frontalangriff auf Obama


Denn ein solcher Vorsprung ist nicht mit einem zurückhaltenden Wahlkampf zu erreichen. Zwar wird auch die Presse gegenüber Obama zunehmend kritischer und stellt seine Aussagen, Verbindungen und seine Vergangenheit in Frage. Das gibt den Wählern die Möglichkeit, die Person Obama noch einmal zu hinterfragen. Aber das wird Clinton nicht ausreichen.


Sie wird zum Frontalangriff übergehen, wie sie es mit einem ihrer letzten Werbespots gezeigt hat. Darin stellt sie die Frage, wer im Fall einer Katastrophe, wenn nachts um drei Uhr im Weißen Haus das Rote Telefon klingelt, kompetenter reagieren würde. Diese Taktik, mit Panikmache auf Stimmenfang zu gehen, steht den Demokraten aber nicht gut zu Gesicht. Sie haben dieses Vorgehen zu Recht bei den Republikanern in den vergangenen Jahren immer kritisiert. Ein harter Wahlkampf zwischen Clinton und Obama bedeutet aber ein leichteres Spiel für John McCain. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner kann dann in Ruhe seine Partei formieren und Spendengelder sammeln, während sich seine späteren Gegner gegenseitig schwächen.

Doch noch Vorwahlen in Florida?


Deshalb sollte es sich Hillary Clinton gut überlegen, ob sie wirklich den ganzen Weg gehen will, wie sie es jetzt angekündigt hat. Schon ist die Rede davon, in Florida und Michigan noch einmal wählen zu lassen, damit auch die Stimmen der Wähler dort gewertet werden können. Die beiden Staaten waren von der Demokratischen Partei mit dem Ausschluss vom Parteitag bestraft worden, weil sie sich bei ihren Vorwahlen nicht an die zeitlichen Vorgaben gehalten hatten. Erneute Wahlen dort aber könnten das ganze Prozedere noch weiter in den Sommer verlängern.

Das Jahr 2008 sollte eigentlich das Jahr der Demokraten in den USA werden. Mit einem endlosen, bitteren Wahlkampf um die Präsidentschaftsnominatur setzen Hillary Clinton und Barack Obama diese Chance aufs Spiel. Auf die Frage, wer von beiden verzichten sollte, gibt es aber nur eine Antwort: Derjenige, der in der Stimmenzahl hinten liegt.





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