1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

"Das darf nie wieder geschehen"

Mit einem Schweigemarsch und Gedenkminuten haben sich die Niederländer von Linienrichter Richard Nieuwenhuizen verabschiedet. Er war von Fußballfans so schwer misshandelt worden, dass er den Verletzungen erlag.

Kondolenzbuch und Kerzen für den getöteten niederländischen Linienrichter Richard Nieuwenhuizen (Foto: picture-alliance/dpa)

Gedenken an ermordeten Linienrichter Richard Nieuwenhuizen

Rund 12.000 Niederländer haben in Almere an einem Schweigemarsch für den getöteten Linienrichter Richard Nieuwenhuizen teilgenommen und gegen die Gewalttat demonstriert. Mit Fackeln, Rosen und Transparenten zogen sie zum Verein SC Buitenboys, wo der 41 Jahre alte Vater von drei Söhnen vor einer Woche schwer misshandelt worden war. Einen Tag später starb er.

"Lieber Papa, wir werden dich vermissen", sagte sein Sohn Alain unter Tränen. "Eins werden wir nicht vergessen: In den Niederlanden hat sinnlose Gewalt nie das letzte Wort." Die Frau des Opfers und ihre Kinder führten den Zug an. Zu den Teilnehmern gehörten Vertreter der Regierung, die Bürgermeister von Almere und Amsterdam und tausende Familien mit ihren Kindern. Der Amateurverein SC Buitenboys hatte gemeinsam mit der Familie zu dem stillen Protest aufgerufen. Er wurde live im Fernsehen und Internet übertragen.

Schweigeminute für Richard Nieuwenhuizen vor dem Spiel von PSV Eindhoven gegen FC Twente (Foto: picture-alliance/dpa)

Schweigeminute für Richard Nieuwenhuizen beim Spiel von PSV Eindhoven gegen FC Twente

Bisher vier Jugendliche festgenommen

Der Vorsitzende des niederländischen Fußballbundes KNVB, Michael van Praag, nannte die Gewalttat ein "schwarzes Kapitel" nicht nur für den Sport: "Wir sind ohnmächtig, wütend und entsetzt. Es ist unvorstellbar, dass so etwas auf einem Fußballplatz passieren kann. Dies darf nie wieder geschehen." Am Wochenende stand der gesamte niederländische Fußball im Zeichen des Todes von Nieuwenhuizen. Alle Profispiele begannen mit einer Schweigeminute, Spieler und Schiedsrichter trugen Trauerflor.

Die niederländische Polizei nahm bislang vier Tatverdächtige im Alter von 15 und 16 Jahren fest. Alle gehören zum Amsterdamer Club SV Nieuw Sloten. Sie sollen am vergangenen Sonntag den ehrenamtlichen Linienrichter des SC Buitenboys in Almere bei Amsterdam mehrfach gegen den Kopf getreten und geschlagen haben. Nieuwenhuizen erlag einen Tag später seinen schweren Kopfverletzungen. Am Montag wird er beigesetzt.

sti/gmf (dpa, sid)