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Kultur

Das Christkind wohnt in Engelskirchen

Dass Kinder in aller Welt Briefe und Wunschzettel an das Christkind schreiben, das ist nichts besonderes. Dass sie aber auch eine Antwort bekommen, und zwar aus dem Bergischen Land im Osten Kölns, schon.

Wunschzettel Bild: Günther Birkenstock

Wunschliste geht direkt ans Christkind

Das kleine Dorf trägt einen himmlischen Namen. In Engelskirchen ist das Weihnachtspostamt zu Hause. Genau genommen ist es eines von insgesamt sechs Weihnachtspostämtern in Deutschland. Die anderen sind zum Beispiel im brandenburgischen Himmelpfort oder dem saarländischen Sankt Nikolaus beheimatet. Im bergischen Engelskirchen liegt das Weihnachtspostamt – wie es sich gehört- am Engelsplatz.

Weil der Name so schön passte

Postkasten Bild: Günther Birkenstock

Geleert wird bis zum 24.12.

Dorthin gekommen ist es durch eine aufmerksame Mitarbeiterin der Post. 1985 waren Briefe im Postbetrieb aufgetaucht, die Kinder an das Christkind adressiert hatten. Statt sie wegzuwerfen, schickte man sie nach Engelskirchen, aus dem einfachen Grund, weil der Ortsname so schön zum Thema passte. Die dortige Betriebsleiterin beantwortete die Briefe. "Doch bei diesem mal-beantworten blieb es nicht", erklärt Postsprecherin Britta Töllner.

Christkind mit eigenem Büro

Mehr und mehr Post ans Christkind landete in Engelskirchen. Zunächst nahmen die Mitarbeiterinen der Postfiliale die Wünsche der Kinder noch mit nach Hause, um sie in Heimarbeit zu beantworten. Dann aber wurde der alljährliche Briefberg zur Weihnachtszeit so groß, dass die Post ein eigenes Büro mietete. 12 Helferinnen öffnen, lesen und beantworten seitdem die Kinderbriefe und Wunschzettel.

Wunschzettel und Gebrauchsanweisungen

145.000 Briefe wurden im vergangenen Jahr dem Christkind nach Engelskirchen geschickt. In diesem Jahr sollen es noch mehr werden. Christkind-Helferin Birgit Müller wühlt für uns im Postsack. Eine Pauline wünscht sich von ganzem Herzen "einen süßen, paddeligen Hund". Und sie kann dem Christkind auch genau beschreiben, wo es den gibt. "Zum Beispiel in Walmoden bei den Gladwords-Züchtern, das ist in der Nähe von Hannover. Falls Du Walmoden wegen schlechtem Wetter nicht erreichen kannst, und vom Himmel aus sehen kannst, dann kannst du ja mal bei der Zucht anrufen." Und dann bekommt das Christkind auch noch die nötige Telefonnummer dazu.

Briefe Bild: Günther Birkenstock

Das Christkind bekommt auch Briefe aus dem Ausland

Und Felix wünscht sich ein GPS-Alarmsystem. Er hat zwar Bedenken, das Gerät kostet schließlich mehr als 10 Euro, aber er traut sich trotzdem das Christkind darum zu bitten. Und zum Schluss gibt auch noch den praktischen Tipp, "PS: Ja übrigens, das Angebot läuft nur noch diese Woche."

Auch Geschwister werden auch gewünscht, allerdings manchmal auch, dass sie wieder verschwinden sollen. In der Mehrzahl aber sind die Wünsche klassisch. Dieses Jahr ist vor allem traditionelles Kinderspielzeug gefragt: Ritter und Polizisten, Puppen und Haustiere. Ein Dauerbrenner ist ein weißes Weihnachtsfest.

Diplomatische Antwort mit kleinem Geschenk

Geantwortet wird diplomatisch, zum Beispiel, dass ja nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden kann. Außerdem bekommt jedes Kind einen Bastelbogen geschickt und einen illustrierten Weihnachtsbrief, der eigens von einer Grafikerin gestaltet wurde. Je nach Tendenz der Wünsche eines Jahres, legen die Christkind-Helferin andere Beilagen in die Antwortbriefe: Backrezepte, Bastelbögen für Engelsgestalten oder wie in diesem Jahr Verzierungen für Teelichter. Die können die Kinder ins Fenster stellen, "damit das Christkind den Weg dann wieder findet", sagt Britta Töllner

Briefe aus aller Welt

Brief ans Christkind Bild: Günther Birkenstock

Bekommt Felix sein GPS

Mitarbeiterin Birgit Müller ist schon viele Jahre im festen Stamm der weihnachtlichen Helferinnen. Sie betont, dass die Post nicht nur aus Deutschland, sondern aus Ländern in der ganzen Welt kommt und zeigt auf Briefe mit vielerlei internationalen Briefmarken: "Australien, Neuseeland, Togo, aus Chile, Japan, China, Also da ist wirklich jedes Land vertreten." Ein Grund für die steigende Beliebtheit liegt übrigens bei findigen Lehrern an ausländischen Schulen. Die haben nämlich den Weihnachtsbrief ans Christkind als

reizvolle Aufgabe für ihre Schüler entdeckt. Denn der Brief wird schließlich in Deutsch verfasst.

Autor: Günther Birkenstock

Redaktion: Sabine Oelze

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