1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Das Chikungunya-Virus trifft auf die USA

In nur wenigen Monaten wurden hunderttausende Menschen in der Karibik von dem Virus infiziert. Nun ist das Chikungunya-Virus auch in den USA angekommen - und europäische Reiserückkehrer tragen es ebenfalls mit sich.

Ein einziger Stich genügt - und man ist infiziert. Nach wenigen Tagen Inkubationszeit folgen hohes Fieber und schwere Gelenkschmerzen, bei denen man sich kaum noch aufrecht halten kann. Monatelang können Chikungunya-Erkrankte arbeitsunfähig sein, in den schlimmsten Fällen können die Schmerzen sogar jahrelang andauern. Bisher gibt es keinen Impfstoff und keine spezielle Behandlung gegen die Infektion - es hilft nur Abwarten. Wurde man aber einmal mit dem Virus infiziert, ist man ein Leben lang dagegen immun.

Seit 1953 verbreiten die asiatische Tigermücke und die Gelbfiebermücke das Chikungunya-Virus durch ihren Stich. Jahrzehntelang wurden nur Fälle in Ostafrika und Asien gemeldet, seit 2004 gibt es aber

immer mal wieder Ausbrüche im Indischen Ozean und gelegentlich auch in Europa

. In Italien löste 2007 ein importierter Fall einen lokalen Ausbruch von 200 Infizierten aus. Dann war wieder Ruhe. Bis jetzt.

Zum ersten Mal in Amerika

Im Dezember 2013 wurde zum ersten Mal ein lokaler Infektionsfall von Chikungunya auf dem amerikanischen Kontinent gemeldet. In wenigen Monaten stieg die Zahl auf 180.000 bestätigte Fälle.

"Wir rechnen damit, dass es der größte Chikungunya-Virus-Ausbruch der Geschichte sein wird", sagt Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Obwohl Chikungunya ähnliche Symptome wie die von Dengue auslöst, ist dieses Virus jedoch nicht tödlich. "Die lang anhaltenden Gelenkbeschwerden, die die Leute monate-, oder sogar jahrelang von der Arbeit abhalten, können allerdings großen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten", so der Experte.

Chikungunya Fieber Haiti

Die meisten Chikungunya-Fälle melden die ärmsten Länder der Karibik

Über die französischen Überseegebiete, wie Martinique und Guadeloupe, sowie die Französische Guyana in Südamerika, hat sich das Virus in der Karibik und auch in Zentralamerika verbreitet. Allein in der Dominikanischen Republik werden zurzeit um die 165.000 Fälle vermutet. "Und wenn das Virus jetzt in Brasilien und Mexiko ankommt, dann werden die Fallzahlen natürlich noch einmal massiv nach oben gehen", meint Schmidt-Chanasit.

Letzte Woche wurden nun auch

die ersten zwei Fälle auf US-amerikanischem Festland bestätigt

. In Florida wurden eine 41-jährige Frau und ein 50-jähriger Mann vor Ort von einer infizierten Mücke gestochen. Bisher dahin waren nur die Amerikaner in Puerto Rico betroffen.

Achtung Touristenverkehr!

Brasilien Flughafen Streik Passagiere Symbolbild wartende Passagiere

US-Behörden warnen vor Mückenstiche in der Karibik

Auch in Deutschland steigt seit einigen Wochen die Zahl der infizierten Reiserückkehrer, vor allem aus der Karibik, erklärt Schmidt-Chanasit. Sollte es tatsächlich zu einem größeren Ausbruch in den USA kommen, könnte durch den hohen Touristen- und Geschäftsverkehr zwischen den beiden Kontinenten, der Virus schnell nach Europa gelangen und hier in wenigen Jahren heimisch werden. "Dass es sicherlich früher oder später auch in Europa zu Infektionen kommen wird, da bin ich mir relativ sicher", meint der Experte.

Mit diesen Infektionen habe man jedoch erst gegen Sommerende zu rechnen, da der Virus eine gewisse Wärmeperiode braucht, genau wie bei Denguefieber. August und September sind bei der Krankheit die Monate mit den höchsten Infektionsraten. In Europa hat die asiatische Tigermücke hauptsächlich im Mittelmeerraum ihr zu Hause, aber auch in Süddeutschland kommt sie vor. Eine infizierte Mückenpopulation könnte schnell dafür sorgen, dass sich das Chikungunya-Fieber bald auch weiter in Europa verbreitet.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links