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Kultur

Das bunte Kulturangebot zum Fußballfest

Veranstaltungen aller Art stimmen die Deutschen auf die Frauen-WM im eigenen Land ein. Kino, Theater, Ausstellungen und Turniere wollen auch dem letzten Skeptiker das Fußballfest schmackhaft machen.

weiblicher Fußballfan in Vollausrüstung: Im Bikini in Fußballoptik hält sie die Deutschlandfahne hoch (Bild: dpa)

Neun Städte tragen die diesjährige Frauenfußball-Weltmeisterschaft aus. Und diese neun Städte setzen selbstverständlich alles daran, ihre Stadien voll zu kriegen und darüber hinaus für gut besuchte Fußballpartys zu sorgen. Seit der Weltmeisterschaft 2006 hat sich in Deutschland eine neue Form des Fußballguckens etabliert: Das Public Viewing, mitunter auch "Rudelgucken" genannt. Riesenleinwände in Biergärten, auf großen Plätzen oder auch in Hallen geben den Fußballfans, die keine Plätze mehr im Stadion bekommen haben, ein bisschen Stadionfeeling. Auch Kneipen rüsten sich und stellen große Bildschirme auf. Die Spiele werden nicht mehr nur im heimischen Wohnzimmer mit ein paar Freunden geguckt; beim Public Viewing treffen sich hunderte, manchmal tausende Fußballfans, um ihre Mannschaften anzufeuern.

Auch zur Frauen-WM wird es in allen größeren Städten Public Viewing geben. Wenn die deutsche Mannschaft sich gut schlägt und das Wetter mitspielt, so rechnen die Veranstalter auch beim Frauenfußball mit großen Zuschauerzahlen.

Public Viewing in Berlin (Foto: ap)

Ob es bei den Frauen auch so aussehen wird?

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat aber auch ein beachtliches kulturelles Rahmenprogramm zur Frauen-WM organisiert. Schließlich, so DFB-Präsident Theo Zwanziger, sei die Kultur des Frauenfußballs bunt und vielfältig, und so sollte auch das passende Kulturprogramm sein.

"Spielraum 2011"

Mit Unterstützung der DFB-Kulturstiftung haben vor allem die neun WM-Städte unter dem Titel "Spielraum 2011" ein facettenreiches Rahmenprogramm zur Weltmeisterschaft auf die Beine gestellt. Berlin startet am Eröffnungswochenende der WM mit einem kleinen aber internationalen Straßenfußball-Festival. "STRASSE! KICKT Open 2011" hat sechs Mannschaften aus aller Welt eingeladen. Die Gäste spielen gegen Teams aus Jugendeinrichtungen, Schulen und sozialen Projekten aus Berlin und Brandenburg; das Ganze geschieht auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens, das inzwischen zur Kulturmeile geworden ist.

Die Marionette Steffi von der Augsburger Puppenkiste. (Foto: dpa)

Steffi Jones als Vorbild für die Hauptfigur in "Steffi - ein Sommermärchen"

Augsburg, dessen Stadion nach seiner Neugestaltung im Jahr 2009 tatsächlich den Namen "FIFA-Frauen-WM-Stadion" trägt, lockt die Fußballfans mit seinem berühmtesten Theaterensemble: Die Marionetten der Augsburger Puppenkiste haben schon Generationen von Kindern verzaubert. Und nun touren sie schon seit geraumer Zeit durch die deutschen WM-Städte mit dem Stück "Steffi - ein Sommermärchen". Ein Fußballmädchen will eine eigene Mannschaft gründen und stößt bei der Suche auf altbekannte Märchenfiguren. Wie Fußball und Schneewittchen zusammenpassen, das kann man sich ab dem 10. Juli in Augsburg angucken.

Musik gibt es bei den großen "Fan Festen" in Bochum, Mönchengladbach und Leverkusen - dort spielen bekannte deutsche Acts wie Juli, Christina Stürmer, Klee oder auch die britische 80er Jahre-Ikone Kim Wilde. Am 1. und 2. Juli lassen es deutsche und brasilianische DJs und VJs mit dem Tanzspektakel "90-Minuten-Rave" in Augsburg krachen.

Slam the WM

Außerdem gibt es jede Menge Kunst und Talk rund um die Frauen-WM. Die Geschichte des Frauenfußball zeigt eine große Wanderausstellung mit dem Titel "20 Köpfe, 11 Geschichten" - hier ist unter anderem auch das legendäre Kaffeeservice ausgestellt, das die deutschen Spielerinnen 1989 als Trophäe für ihren Sieg bei der Europameisterschaft erhalten haben.

Das Kaffeeservice, das die Frauen 1989 zur Europameisterschaft als Prämie bekommen haben (Foto: dpa)

Zugegeben: Das ist doch hübscher als ein Pokal!

In Wolfsburg gibt es am 5. Juli eine illustre Talkrunde zum Thema. Unter dem Motto "Verlacht, verboten und gefeiert" sitzen neben Moderatorin Carmen Thomas die deutschen Fußballpionierinnen Christa Kleinhans und Stefanie Gottschlich auf der Bühne. Das bemerkenswerte hierbei: Carmen Thomas hat als erste Frau das "Aktuelle Sportstudio" im Zweiten Deutschen Fernsehen moderiert. In einer ihrer Sendungen unterlief ihr ein, inzwischen legendärer Fehler, als sie sagte: "FC Schalke 05 gegen – jetzt hab ich's vergessen – Standard Lüttich". Das sorgte seinerzeit (1973) für großen medialen Aufruhr - nicht wegen Lüttich, sondern weil sie "Schalke 04" versehentlich "Schalke 05" nannte.

Auch im WM-Ort Sinsheim kann man in die Vergangenheit blicken: Eine multimediale Reise durch die Anfänge des Frauenkickens bietet die Ausstellung "SportArt – Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs".

Ball liegt zwischen zwei Fußpaaren auf dem Asphalt (Foto: unbek.)

Ob mit Schuhen oder ohne - Straßenfußball kann man immer spielen

Fußball und Homosexualität - auch hierzu gibt es verschiedene Veranstaltungen, Theaterstücke und Podiumsdiskussionen. Eine Poetry-Slam-Tour durch die WM-Städte bringt die "Dichterschlacht zur Frauen-WM": Unter dem Titel "Slam the WM" wird in Berlin am Ende der oder die Beste aller Teilnehmer ermittelt. Filmfans können sich in Mönchengladbach die preisgekrönte Fußballdokumentation "Football under Cover" anschauen – da geht es um ein Freundschaftsspiel einer deutschen Bezirksmannschaft gegen die iranische Frauen-Nationalelf.

Und schließlich wird an allen Ecken und Enden der Republik Fußball gespielt. Auf der Straße, in Hinterhöfen, in Gartenanlagen und auf Bolzplätzen. Im Berliner Stadtteil Kreuzberg tragen Fußballerinnen aus aller Welt die "Kleine WM" aus: "Discover Football" bringt nun zum zweiten Mal Fußballerinnen aus vier Kontinenten zusammen. Zusätzlich zum sportlichen Teil bietet "Discover Football" jede Menge Austauschmöglichkeiten, Musik und Party.

Autorin: Silke Wünsch

Redaktion: Marlis Schaum

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