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Kultur

Das Buch 2.0

Die Bücherwelt steht vor ihrem größten Umbruch seit Jahrzehnten. Der digitale Wandel nötigt Verlage, Buchhandlungen und natürlich auch die Messe selbst zum Denken und Handeln für die nächste Zukunft.

Junger Mann beim lesen im ebook (Foto: AP)

Klick und read

Creative industries, creative content, books on demand, Buchplattformen: Für alle Nicht-Experten ist diese Buchmesse einmal eine Herausforderung. Die schöne neue Bücherwelt spricht ihre eigene - nicht eben verständliche - Sprache. Und das, obwohl die meisten Deutschen einer neueren Umfrage zufolge noch nicht einmal wissen, was ein ebook ist. Ein Buchinhalt in rein elektronischer Form eben. Auch der Umsatz mit dem elektronischen Buch liegt in Deutschland noch im verschwindend geringen Bereich von unter einem Prozent. Aber es hilft nichts, so der Buchmarktexperte Holger Ehling, der digitale Wandel ist in der Bücherwelt angekommen. Die Branche muss reagieren: "Rund die Hälfte der Verlage weltweit arbeiten mit elektronischen Büchern und bieten sie zum download an. Im Moment stehen sie vor dem großen Problem, dass es so viele verschiedene Formate gibt, dass es relativ kostspielig ist."

Die Zukunft liegt beim Buch auf Knopfdruck

Günter Grass (Foto: dpa)

Sinnlich oder einfach nur old school? Günter Grass bei der Lektüre

Die Verlage investieren also in die Zukunft, auch wenn die noch ungewiss ist. Denn die Formate der elektronischen Bücher und ihre Lesegeräte, sprich: Reader, passen noch nicht überall zusammen. In Deutschland habe man es bisher eigentlich richtig gemacht, meint Holger Ehling, denn hier haben sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und etliche Verlage zusammengeschlossen, um ihre elektronischen Bücher - vorzugsweise Bestseller - gemeinsam anzubieten. Libreka heißt diese Internetplattform, die auch das passende Lesegerät gleich mit anbietet, das "Cybook Opus." Nach dem Kindle von Amazon, der auf der Buchmesse 2008 überhaupt erst das neue ebook-Zeitalter eingeläutet hat, gehört dieser Reader bereits zur nächsten Generation. Die Entwicklung ist also rasant. Mit Blick auf Großbritannien, wo die Buchhandelskette 'Blackwells' so bereits verfährt, sieht Holger Ehling die Zukunft beim 'Buch auf Knopfdruck': "Ich kann mir gut vorstellen, dass in zwei bis drei Jahren in sehr vielen Buchhandlungen 'Print on Demand' Maschinen stehen werden, die es erlauben, dass ein Kunde, der sich im Internet oder sonst wie für einen Titel interessiert hat, in die Buchhandlung geht, dort dem Buchhändler sagt 'ich möchte diesen oder jenen den Titel haben' und der wird dann auf Knopfdruck runtergeladen und in der Buchhandlung in der Maschine gedruckt und gebunden."

Foie Gras-Dosen (Foto: DW)

Lesen und Essen - auf der Buchmesse gehört das zusammen

Wenn die Welt des Buch 2.0 doch nur nicht so unsinnlich wäre! Aber da sind ja noch alle die Hallen auf der Messe, wo man in den Originalen aus Papier schwelgen kann: 400 000 internationale Titel! Da wird der Rundgang zur literarischen Weltreise. Und am Ende kommt man vielleicht ganz bodenständig von der geistigen zur leiblichen Nahrung. Im neuen Messebereich 'Gourmet Gallery' kochen internationale Star-Köche nur vom Feinsten: mit Foie Gras, Champagner und Kaviar. Und weil das Auge bekanntlich mit isst, gibt es hier auch gleich die größte Kochbuchausstellung der Welt. Buchmesse und kochen passe wunderbar zusammen, meint PR-Agent Jürgen Pütz, der die Messe in diesem Bereich beraten hat, denn der Kochbuchsektor sei schließlich ein erheblicher Wirtschaftsfaktor: "Deshalb hat das hier seine Berechtigung und außerdem: Bücher gehören zum Leben, Essen auch. Das passt doch."

PS: Jürgen Pütz persönlicher Kochbuchtipp:

Katrin Schlotter, Elke Spielmanns-Rome: Culinaria China. Küche, Land, Menschen. Ullmann/Tandem Verlag.

Autorin: Gabriela Schaaf

Redaktion: Elena Singer