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Musik

Das Beethovenfest versprüht Götterfunken

Große Namen, vier Beethovenzyklen, junge Top-Dirigenten, Klassikstars und neue Werke prägen das Beethovenfest 2014. Im September feiert Bonn mit 60 Veranstaltungen den großen Sohn der Stadt.

"Götterfunken" ist eines der bildstarken deutschen Wörter, die Engländer wie Franzosen wie Chinesen kennen. "Freude schöner Götterfunken" ist die assoziationsreiche Grundaussage im Chorfinale von Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie. Beethovens Vertonung des Gedichts "An die Freude" von Friedrich Schiller trägt die Botschaft von künstlerischer Inspiration, die zu nichts Geringerem als zur Verbrüderung aller Völker führt.

"Götterfunken" lautet auch das diesjährige Motto des Beethovenfests, das vom 6. September bis zum 3. Oktober in der Geburtsstadt des Komponisten stattfindet. Und die "Funken" des diesjährigen Programms sollen überspringen auf das Publikum, es für die vielfältigen Angebote begeistern. Bei der Vorstellung des Programms zitierte Nike Wagner den Deutsche Welle-Intendanten Peter Limbourg: "Der Götterfunke steht für Freude, Vielfalt, Frieden. Es sind Ideale Beethovens, die vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen nicht nur in Europa von ungebrochener Relevanz sind."

Beethoven-Kosmos

Wie setzt man das in 60 Veranstaltungen an 21 Spielstätten in Bonn und Umgebung um? Vor allem, wie will man 39.000 Karten verkaufen? Zunächst gibt es Veranstaltungen, die man von einem Festival, das nach einem Komponisten genannt wird, erwarten darf: Zum vierten Mal in der jüngeren Geschichte dieses 1845 von Franz Liszt ins Leben gerufenen Festivals steht ein Zyklus aller neun Beethoven-Sinfonien auf dem Programm. An vier aufeinander folgenden Abenden spielt hier das City of Birmingham Symphony Orchestra unter seinem lettischen Chefdirigenten Andris Nelsons.

Nike Wagner mit dem Bonner Oberbürgenmeister Jürgen Nimptsch und Rein Wolf, Intendant der Bundeskunsthalle vor einem Plakat zum Beethovenfest 2014 (Foto: Barbara Frommann)

Das gibt Sicherheit: der Bonner OB Jürgen Nimptsch (re) und Rein Wolf, Chef der Bundekunsthalle, waren bei der Präsentation dabei

Zweitens wird die Beethovenhalle von allen vier Klavierkonzerten und der Chorfantasie Beethovens beschallt, zusammen mit Werken von Igor Strawinsky; hier spielt als Solist der norwegische Starpianist Leif Ove Andsnes mit dem Mahler Chamber Orchestra. Drittens: Der von der New York Times als "formidablen Geiger" beschriebene Grieche Leonidas Kavakos wird an mehreren Abenden vom italienischen Pianisten Enrico Pace bei allen zehn Violinsonaten von Ludwig van Beethoven begleitet.

Und viertens geht der Streichquartetten-Zyklus mit dem legendären russischen Borodin Quartet ins dritte und letzte Jahr. Hier werden Beethovens Quartette denen russischer Komponisten, vor allem Dmitri Schostakowitsch, gegenübergestellt.

Ein umfassenderer Einblick in den Kosmos Beethoven'scher Musik wäre kaum vorstellbar, es bleibt jedoch nicht nur bei Beethoven. Im aktuellen Jahrgang sind mehrere Uraufführungen zeitgenössischer Musik angekündigt. Und an einem "Streichquartett-Wochenende" werden vier junge Formationen ein Programm mit Musik der Jahre 1814 (Jahr des Wiener Kongresses), 1914 (Beginn des ersten Weltkriegs) und 2014 gestalten. Beim Programmpunkt "Musik und Religion" wird etwa das Konzert "Passio - Compassio" sich auf die Spuren von Johann Sebastian Bach und der frühchristlichen und islamischen Musik begeben.

Große Namen und Neue Werke

Ins 14. Jahr geht das Campus-Projekt, das das Fest in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle gestaltet. Zum Abschluss des dreijährigen Türkei-Schwerpunkts "Beethoven ile bulusma - Begegnung mit Beethoven" gastiert das Bilkent Youth Symphony Orchestra aus Ankara mit seinem Dirigenten Isin Metin in Bonn. Die vom Sender in Auftrag gegebene neue Komposition aus dem Heimatland des Orchesters wird vom Istanbuler Komponisten Tolga Yayalar geschrieben. Die Uraufführung des Werks erklingt am 23. September dann zusammen mit Beethovens Neunter Sinfonie.

Die "großen Namen" der Klassik fehlen 2014 ebenso wenig wie in den Jahren davor. Hierzu gehören Lorin Maazel und die Münchner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra mit Sir John Eliot Gardiner, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit Paavo Järvi sowie Yannick Nézet-Séguin und das Rotterdams Philharmonisch Orkest.

Nike Wagner (Foto: Barbara Frommann)

Zielsicher - die neue Intendantin

Zukunftsmusik

Das Beethovenfest 2014 wurde noch weitgehend von der ehemaligen Intendantin, Ilona Schmiel, geplant. Im diesjährigen Festival setzt Nike Wagner jedoch erste Akzente: Auf ihre Initiative hin und in Kooperation mit dem Theater Bonn findet zum Abschluss des Beethovenfestes Bonn 2014 ein "theatraler Kongress" mit dem Titel "Save the World" statt: Ein Ereignis, das Kunst, Musik und Wissenschaft verbindet und von Künstlern verschiedener Sparten gestaltet wird.

Dies dürfte ein erster Hinweis sein auf die beginnende Ära Wagner beim Beethovenfest: Die experimentierfreudige neue Intendantin kündigte an, Schwerpunkte in verschiedenen Kunstformen und -sparten setzen zu wollen. Ein weiteres Ziel: Sie möchte Interpretationsvergleiche ermöglichen und stärker programmtisch arbeiten.

Und es kommt zu den verschiedenen Beethoven-Gedenkstätten in Bonn eine weitere hinzu: Am 30. März wird eine 2,70 Meter hohe Bronzeskulptur des Komponisten enthüllt. Das Werk des Bildhauers Markus Lüpertz wird im Bonner Stadtgarten in Rheinnähe aufgestellt.

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