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Reise

Das bayerische Nizza

Sie ist nicht groß, die Stadt Aschaffenburg im nördlichsten Teil Bayerns, gerade mal 68.000 Einwohner zählt sie. Doch ihr viel gerühmtes mediterranes Flair zieht viele Besucher an.

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Schloss Johannisburg in Aschaffenburg

Aschaffenburgs ältesten Werbespruch hat sich ein König ausgedacht: Ludwig I. von Bayern. Er nannte die Stadt das "Bayerische Nizza". Dass der Großvater des berühmten "Neuschwanstein-Erbauers" Ludwig II. darauf kam, lag vor allem an dem milden Klima Aschaffenburgs. Doch ist es in der Stadt nicht nur etwas wärmer als anderswo in Deutschland, sondern auch schöner. Schon von weitem sichtbar ist Schloss Johannisburg mit seiner sandsteinroten Renaissancefront. Mit der Côte d'Azur und Frankreich ist das zwar nicht vergleichbar, beeindruckend ist der Anblick aber trotzdem. So wie übrigens das gesamte Stadtbild: Man spürt auf Schritt und Tritt, dass man sich in einer ehemaligen Residenz von Erzbischöfen und Kurfürsten befindet.

Mediterrane Note

Der Schlossgarten erinnert an Parks in Nizza. Er ist Ausgangspunkt für die zahlreichen anderen Parks in Aschaffenburg. Ursprünglich ein Küchengarten, musste er aus repräsentativen Zwecken einer Gartenanlage weichen, die stark französisch orientiert war und noch heute das Mainufer ziert. Gewächse wie Pinien, Agaven und Mandelbäume, Zedern und Feigen geben dem Park eine mediterrane Note.

Italien am Main

König Ludwig I. von Bayern wählte bereits im Jahre 1826 Aschaffenburg zu seinem bevorzugten Sommersitz. Und der König liebte nicht nur französisches Klima, sondern auch italienische Baukunst, oder genauer: Wie so viele seiner Zeit schwärmte er für das antike Italien. Er ließ deshalb das Pompejanum bauen, ein architektonisches Kleinod: Eine altrömische Villa, die genauso aussah, wie er sie auf seinen Italienreisen in den Ruinen Pompejis kennen gelernt hatte. Nach acht Jahren Bauzeit entstand die Kopie eines römischen Wohnhauses mit lichtdurchflutetem Atrium und farbenfrohen Fresken. Das Pompejanum ist nach einer gründlichen Restaurierung wieder für Besucher geöffnet.

Architektonische Fehlleistung?

Doch in Aschaffenburg klotzten nicht nur einstige Könige, sondern auch die heutigen Stadtväter. "Palazzo Protzo" - so verspotten die Aschaffenburger ein modernes Gebäude, das alles andere als farbenfroh ist: Die Stadthalle, ausgerechnet gegenüber dem Schloss. Während die Erbauer das Gebäude als eine "gelungene Symbiose von Funktion und Ästhetik" bezeichnen, finden es viele Bürger einfach nur hässlich.


Zünftig oder romantisch


In Aschaffenburg trinken die Menschen ihr Bier und ihren Schoppen Wein nicht zur langen Weißbrotstange Baguette, sondern zur deftig-salzigen Brezel, einem Laugengebäck in Form einer Schleife. Teile der Altstadt gleichen einem "Bermuda-Dreieck", in dem schon so mancher zeitweise verloren ging. Man geht zum "Schlappeseppl", einer zünftigen Brauereigaststätte oder zum "Fegerer", um gut zu speisen oder sitzt in einem der zahlreichen romantischen Hinterhöfe und trinkt seinen Wein.

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