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Filme

Das Bären-Rennen bei der 66. Berlinale

Die Jury um Präsidentin Meryl Streep hatte eine schwere Wahl. Wem soll sie den Goldenen Bären verleihen? Und welche Filme bekommen einen Silbernen Bären? Und was steckt überhaupt hinter so einer Preisverleihung?

Eine alte Festivalweisheit besagt, dass eine Jury immer anders entscheidet als das Publikum oder die Kritiker. Vermutlich würden Schauspieler oder Kameraexperten, Produzenten und Filmverleiher, würde man sie fragen, noch einmal anders urteilen. Doch die Jury hat immer den Hut auf. Die US-Schauspielerin Meryl Streep und ihre sechs Mitstreiter haben am Samstagabend (20.2.) bekannt gegeben, wer die Preise beim Wettbewerb dieser 66. Festivalausgabe bekommt.

Gute Chancen für "Fuocoammare"

Von den sieben Jurymitgliedern sind vier Schauspieler, das lässt vermuten, dass das Gremium sich von herausragenden Darstellerinnen und Darstellern inspirieren lässt. Davon gab es einige in den 18 Filmen, die in den vergangenen Tagen im Wettbewerb der Berlinale liefen.

Doch an einem Film wie "Fuocoammare", der italienischen Dokumentation über das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer, dürfte sie nicht herumkommen. Zumindest ein Bär für diesen Film ist ziemlich sicher. Und auch der deutsche Beitrag "24 Wochen" ist allein durch die Wucht seiner dramaturgischen Kraft und das Thema Spätabtreibung kaum zu übergehen.

Deutschland Jury 66. Berlinale / Internationale Filmfestspiele Berlin 2016 (Foto: Reuters/F. Bensch)

Sie entscheiden: Die Jury der 66. Berlinale mit Meryl Streep an der Spitze

Und die Jury hat ja auch immer die Möglichkeit Preise zu streuen. Neben dem Goldenen Bären gibt es diverse Silberne Bären, für Einzelleistungen wie Schauspielkunst oder auch eine herausragende künstlerische Leistung (Kamera, Schnitt etc.). Auch für die Gesamtkonzeption eines Films gibt es Auszeichnungen. Hier haben Streep und Co mit dem "Großen Preis der Jury" und den Bären für Regie und Drehbuch also Chancen, auch zweite und dritte Preise zu vergeben.

Das große Publikum hätte andere Kriterien

Ginge es nach dem ganz "normalen" Publikum, dann würden sowieso vermutlich ganz andere Filme ausgezeichnet, nicht eine Dokumentation über sterbende Flüchtlinge auf Lampedusa, sondern Filme wie "Midnight Special". Der US-amerikanische Wettbewerbs-Beitrag vertrat in den vergangenen Tagen ein unterhaltsames Spannungskino, das auch Science-Fiction- und Fantasyelemente vereinte.

Deutschland Berlinale 2016 24 Wochen: Roter Teppich mit Julia Jentsch (Foto: Jens Kalaene/dpa)

Hat Chancen auf einen Silbernen Bären für die beste Darstellerin: Julia Jentsch ("24 Wochen")

Die internationale Filmkritikerschar würde sich vermutlich für den französischen Film "L'avenir" entscheiden, ein behutsam und wunderbar leicht erzähltes Drama über eine Frau (Isabelle Huppert) in der Midlife-Crisis. Auch der chinesische Regisseur Yang Chao ("Chang Jiang Tu") wird bei den Berufskritikern hoch gehandelt.

So hat jeder seine ganz eigenen Kriterien, wenn es darum geht, Filme mit Preisen zu bedenken. Am Samstagabend wissen wir mehr, wenn Meryl Streep auf der Bühne des Berlinale-Palastes verkündet, wer den Goldenen Bären dieser 66. Berlinale gewonnen hat.

Auch in der neuen Ausgabe von KINO geht es natürlich um das Berliner Filmfestival. Favoriten und Gewinner werden vorgestellt, außerdem ein Blick auf die Musikfilme des Festivals und ein Gespräch mit dem Kameramann Michael Ballhaus, der den Ehren-Bär der 66. Berlinale bekommen hat.

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