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Kultur

Das 9/11-Komplott?

Warum tauchten die Flugschreiber der Maschinen vom 11. September nie auf? War das Attentat von der US-Regierung inszeniert? 9/11 jährt sich zum fünften Mal und Verschwörungstheorien haben wieder Hochkonjunktur.

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Wer steckte wirklich hinter den Anschlägen?

Flammen, Staub und Qualm schlagen aus dem Trümmerhaufen: Die Bilder von dem Krater, den am 11. September 2001 die abgestürzte Passagiermaschine ins Pentagon gerissen hatte, gingen um die Welt. Doch sie hätten einen Schönheitsfehler gehabt, behauptet Dylan Avery: Wie kann eine knapp 50 Meter breite Boeing 757 ein lediglich 20 Meter breites Loch in den Mauern des Verteidigungsministeriums verursachen? Warum, fragt er, tauchte bis heute keiner der Flugschreiber auf?

Loose Change, Internetfilm über den 11. September

'Loose Change': Ein islamistischer Anschlag habe nicht stattgefunden

Ein Anschlag islamistischer Terroristen hat niemals stattgefunden – so das Fazit des Internet-Filmes "Loose Change" von Dylan Avery. Das World Trade Center, meint er, wurde professionell gesprengt, ins Pentagon raste keine Boing 757, sondern eine Cruise Missile, inszeniert vom US-Geheimdienst. Allein bei Google haben bereits zehn Millionen Menschen das Video angeschaut, 20.000 Mal täglich wird die Internet-Seite des Amateurfilmemachers angeklickt: 82 Minuten Dokumaterial, schnelle Schnitte, mit Hiphop unterlegt, im Stil eines Musikvideos.

Verkörperung der "unanswered questions"

Eigentlich, so berichtet Avery auf seiner Website, habe er mit seinen Freunden nur einen fiktiven Spielfilm drehen wollen: "Bei der Recherche wurde immer offensichtlicher, dass das mehr als eine fiktive Geschichte ist. Im Laufe von zwei Jahren wurde daraus ein Dokumentarfilm." Ein handelsüblicher Computer, Hobby-Schnittsoftware und knapp 2000 Dollar Produktionskosten – mehr war nicht nötig für den Film, der die längst zum Begriff gewordenen "unanswered questions", die unbeantworteten Fragen um 9/11 in Szene setzt.

Angriff aufs Pentagon

Pentagon: Raketeneinschläge oder Flugzeigabsturz?

Der derzeitige Boom solcher Amateurvideos, wie sie auch im Web-Forum "Youtube" zu finden sind, seien eine natürliche Entwicklung der reinen Text- oder Bildblogs, erklärt der Medienwissenschaftler Professor Christoph Neuberger von der Universität Münster. Mittlerweile habe jeder die technischen Möglichkeiten, Kamera, Software und eine schnelle Internet-Verbindung. "Und gerade das Netz ist schon immer eine Fundgrube für Verschwörungstheorien gewesen", sagt Neuberger, "weil dort keine Kontrolle stattfindet."

Hochkonjunktur

Daher trifft Filmemacher Avery mit seinem Film auch den Nerv so vieler Amerikaner. Rund 40 Prozent glauben nach Angaben des US-Meinungsforschungsinstitutes Zogby International an eine Verschwörung: "In den offiziellen Erklärungen gibt es zu viele Ungereimtheiten, die dafür einen Nährboden bilden. Die US-Regierung ist selber Schuld", findet Gerhard Wisnewski, Autor des Buches "Mythos 9/11". In den vergangenen Jahren hat er ein zunehmendes Interesse an solchen Theorien bemerkt. Erst kürzlich haben sich 75 Wissenschaftler, zum Teil von renommierten Universitäten wie Princeton und Stanford, in der Gruppe "Scholars for 9/11 Truth" organisiert , also "Wissenschaftler für die 9/11-Wahrheit".

Das weiße Haus

9/11: Inszenierung vom Weißen Haus?

Auch Wisnewski ist sich sicher: "Die Anschläge sind ohne die Hilfe der US-Regierung nicht durchführbar gewesen." Den Begriff Verschwörungstheoretiker hört er allerdings nicht so gerne: Für ihn die Version islamistischer Anschläge ebenfalls eine Verschwörungstheorie: "Sie war nur die erste, die die Welt zu hören bekommen hat." Doch dagegen spreche Vieles: die Flugdatenschreiber seien bis heute nicht aufgetaucht, es habe keine Untersuchungsberichte zu den Abstürzen gegeben und die Handyrechnungen derer, die aus den Flugzeugen noch telefoniert hatten, blieben ebenfalls verschwunden, sagt er.

Mythosqualitäten wie der Kennedy-Mord

Wie Filmemacher Avery ist auch er der Meinung, die US-Regierung habe den 11. September bewusst herbei geführt, um später folgende Kriege zu legitimieren. Dem 22jährigen Filmemacher werfen Kritiker Verschwörungstheorietreiberei vor, während andere ihm unterstellen, selbst Teil einer Kampagne des US-Geheimdienstes CIA zu sein. Dabei wolle Avery lediglich Skepsis gegenüber den Aussagen der Regierung und den Medien wecken, schreibt er auf seiner Internet-Seite. Und trotz aller Widerstände ist er von seiner Mission überzeugt: "Ich mache das nicht zum Vergnügen", sagt er: "Ich würde mich nicht mit Drohbriefen herumärgern, mein Leben und meine Familie aufs Spiel setzen, wenn ich nicht wirklich an die Bedeutung dieser Informationen glauben würde." Medienwissenschaftler Neuberger ist überzeugt: "9/11 könnte genauso ein Dauerbrenner werden, wie der Kennedy-Mord."

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