″Danke Donald″: Gewinnsprung bei der Telekom | Wirtschaft | DW | 22.02.2018
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Telekommunikation

"Danke Donald": Gewinnsprung bei der Telekom

Die US-Steuerreform hat dem Bonner Konzern im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Anstieg des Gewinns verholfen. Höhere Dividenden dürften vor allem den deutschen Staat freuen. Schönheitsfehler ist das Europageschäft.

Die Steuerreform in den USA hat der Deutschen Telekom einen satten Gewinnsprung beschert. Der Konzernüberschuss stieg 2017 um knapp 30 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte. Allein 1,7 Milliarden davon stammten aus der Neubewertung von Steuerpositionen bei der Mobilfunk-Tochter T-Mobile US infolge der von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Senkung der Steuersätze für Unternehmen. Ohne die bilanzielle Schützenhilfe hätte ein Gewinnrückgang in den Büchern gestanden.

"Danke auch an Donald", sagte Telekom-Chef Tim Höttges. Insgesamt läuft es rund in dem Konzern mit seinen 217.000 Mitarbeitern. "Wir haben es geschafft, unser Wachstum robust aufzustellen", sagte Vorstandschef Höttges, der am Vorabend eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2024 erhalten hatte. "In Europa wachsen wir, in Deutschland wachsen wir, in den USA wachsen wir." Den Umsatz steigerte die Telekom um 2,5 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro, hieß es. Ohne die Belastungen aus dem starken Euro wären es 3,6 Prozent Plus gewesen.

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, spricht auf der Bilanzpressekonferenz (picture-alliance/dpa/O.Berg)

Wieder mit Krawatte: Telekom-Chef Tim Höttges auf der Bilanzpressekonferenz

US-Geschäft bleibt Wachstumstreiber

Treiber war das Geschäft der US-Mobilfunktochter, deren Geschäft brummt. Allerdings herrscht nicht überall eitel Sonnenschein bei dem ehemaligen Staatskonzern. So bleibt die Großkundentochter T-Systems mit rund 37.000 Mitarbeitern das Sorgenkind. Im Herbst hatten die Bonner auf T-Systems eine milliardenschwere Abschreibung wegen fehlender Aufträge verbuchen müssen, zum Jahresende kam fast eine Milliarde Wertminderung im Europageschäft dazu. Zuletzt hatte der Industriekonzern Thyssenkrupp einen 700-Millionen-Euro-Auftrag aufgekündigt. Ein neuer Chef hatte bei T-Systems zum Jahresbeginn Veränderungen angekündigt und einen Teilverkauf in den Bereich des Möglichen gerückt, was zu Unmut beim Betriebsrat geführt hatte.

Konzern-Finanzchef Thomas Dannenfeldt äußerte sich zurückhaltend zu dem Thema. T-Systems habe "erhebliche Herausforderungen" vor sich. In dem schwierigen Markt seien auch "anorganische Schritte" - also Verkäufe - an der Tagesordnung, sagte er vage. Bahnt sich ein Verkauf eines Teils der Firma an? Nein, sagte Dannenfeldt, es gebe verschiedene Optionen. Zugleich räumte er ein, dass man im Gegensatz zu früher einen Teil-Verkauf nicht mehr ausschließe.

Außerdem liegt den Bonnern die Beteiligung an dem britischen Telekommunikationskonzern BT Group auch 2017 schwer im Magen. Die Aktie der Briten hatte infolge eines Bilanzskandals deutlich an Wert verloren - was die Bonner wiederholt dazu zwang, den BT-Wert in der Bilanz herunterzuschreiben.  

An der Börse sackte der ohnehin schon niedrige Kurs noch mal deutlich ab, am Donnerstagmittag lag das Minus bei etwa drei Prozent. Grund hierfür dürften die hohen Investitionsausgaben sein, die die Telekom in den kommenden Jahren anpeilt:  

Im vergangenen Jahr schraubte die Telekom ihre Investitionen mit insgesamt 12,1 Milliarden Euro deutlich in die Höhe, um in erster Linie ihre Netze auszubauen. Das solle nach Angaben des Konzern such so bleiben. "Wir versprechen Ihnen heute, auch in den kommenden Jahren jährlich mehr als fünf Milliarden Euro in die deutsche Infrastruktur zu investieren, das heißt mehr als 20 Milliarden Euro in den nächsten vier Jahren", sagte der neue Deutschland-Chef, Dirk Wössner, in Bonn. Deutschland liegt bei der Glasfaserversorgung weiterhin auf den hinteren Rängen. Laut Telekom stieg die Zahl der glasfaserbasierten Anschlüsse 2017 um 41 Prozent auf 9,6 Millionen.

zdh/hb (dpa)