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Kultur

Daniel L. McFadden

Der Wirtschaftswissenschaftler erhielt den Nobelpreis seines Faches für die Arbeit im Feld der Mikroökonometrie im Jahr 2000. Er befürchtet: "Man macht sich jetzt viel leichter zum Idioten."

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Wie haben Sie von Ihrem Nobelpreis 2000 erfahren und wo waren Sie da gerade?

Ich war in Berkeley und ich bekam den Anruf um halb drei nachts. Meine Frau sprang auf und sagte ununterbrochen, wie aufregend das sei, während ich noch versuchte, zu verstehen, was überhaupt vor sich ging.

Und was geschah dann?

Es war wie ein Wirbelsturm. Innerhalb von einer Stunde stand ein Agentur-Reporter in meinem Schlafzimmer und zwei Stunden später war die ganze Straße voller Fernseh-Übertragungswagen. Alle Nachbarn kamen aus ihren Häusern, weil sie dachten, es sei vielleicht jemand ermordet worden.

Was hat Ihnen die Auszeichnung persönlich gebracht?

Der Preis bringt eine gewisse Verantwortung mit sich, weil man zu einem öffentlichen Sprecher der Wirtschaftswissenschaften wird. So kann man sich aber leider auch viel leichter zum Idioten machen, wenn man über Themen spricht, von denen man keine Ahnung hat. Aber natürlich ist es auch sehr schön, diesen Preis zu bekommen und in der Öffentlichkeit zu stehen.

Hatte der Nobelpreis auch negative Auswirkungen?

Es ist sehr schwierig, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen meinen Verpflichtungen als Nobelpreisträger und meiner persönlichen Forschung. Es ist immer ein Kampf, den Großteil der Woche für meine private Arbeit freizuhalten.

Was haben Sie mit dem Preisgeld gemacht?

Ich habe das Geld in eine Wohltätigkeitsorganisation gesteckt. Damit unterstütze ich einige Bildungs- und auch Kunstprojekte.

Was war Ihr schlechtestes Schulfach?

Eigentlich gab es kein Fach, das ich nicht mochte. Aber ich erinnere mich an einige Lehrer, die ich nicht mochte. Dem Mathematiklehrer zum Beispiel gefiel es nicht, wie ich dachte und rechnete.

In welcher anderen akademischen Disziplin würden Sie gerne forschen?

Ich habe mich schon immer für Kinderpsychologie interessiert und verfolge die Forschung auf diesem Gebiet. Außerdem gibt es heutzutage ungeheure biologische Entdeckungen, die auch für die Wirtschaftswissenschaften relevant werden können. Ich denke, wenn ich noch einmal von vorne anfangen würde, dann würde ich Biologie studieren.

Was sind die größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht?

Ich denke, die größte Herausforderung ist die globale Politik. Es ist notwendig, dass wir die internationalen Märkte im Griff haben und regulieren können, damit die Handelswaren sicher sind und die Geschäftsbeziehungen funktionieren. Dazu brauchen wir gesetzliche Vorschriften und Gesetze, um Streitfälle auch auf globaler Ebene lösen zu können. Dieses Ziel zu erreichen, ist die größte Herausforderung.

Wie wollen Sie das erreichen?

Wenn ich das wüsste … Ich hoffe, dass internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen wiederbelebt werden können. Das geht aber nur mit dem Einverständnis und Willen der Großmächte, die sich im Moment ziemlich stark um ihre eigenen Rechte kümmern. Und ich denke, es ist auch notwendig, dass die Bürger bestimmter Länder wie zum Beispiel die der Vereinigten Staaten sensibler dafür werden, dass wir alle auf einem Planeten leben und dass wir alle zusammenarbeiten müssen.

Ist die Welt denn noch zu retten?

Also ich denke, der Planet wird die Probleme bewerkstelligen. Aber was die Menschheit dazu beitragen kann, ist eine sehr viel interessantere Frage für uns. Wenn wir uns retten wollen, müssen wir lernen, ein bisschen behutsamer im Umgang miteinander zu sein und nach Lebensweisen suchen, die dem Planeten nicht so sehr schaden.

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