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Filme

Daniel Day-Lewis beendet Filmkarriere

Er ist der einzige Schauspieler, der drei Oscars als bester Hauptdarsteller gewann. Mit 60 Jahren verabschiedet sich Day-Lewis nun vom Filmgeschäft. Gründe dafür nennt der Brite mit irischem Pass nicht.

Er spielte Präsidenten, Bandenführer und skrupellose Geschäftsmänner mit einzigartiger Intensität - doch damit ist es jetzt vorbei: "Daniel Day-Lewis wird nicht länger als Schauspieler arbeiten", teilte die Sprecherin des britisch-irischen Stars am Dienstag mit. Dies sei eine persönliche Entscheidung, und es werde von ihm oder seinen Vertretern keine weitere Erklärung dazu geben, hieß es in dem Statement. Er sei all seinen Kollegen und den Zuschauern über die vielen Jahre hinweg ungeheuer dankbar, fügte seine Sprecherin Leslee Dart noch an.

Mit Day-Lewis geht eines der größten Filmtalente aller Zeiten. 1957 in London geboren war Day-Lewis schon als Schüler von der Schauspielerei "als perfekter, einziger der Flucht offenstehenden Welt" fasziniert. Als Zwölfjähriger ergatterte er seine erste Filmrolle in John Schlesingers "Sunday, Bloody Sunday". Kritiker lobten ihn überschwänglich für seine Rolle in dem Schwulenfilm "Mein wunderbarer Waschsalon" (1985). Es folgten "Zimmer mit Aussicht" und "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins".

Filmstill Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (picture alliance/United Archives/IFTN)

Mit Juliette Binoche in "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" (1988)

Akribische Vorbereitung auf jede Rolle

Daniel Day-Lewis Anspruch war es immer, seine Figuren glaubhaft zu verkörpern. Für seine Rolle des verkrüppelten irischen Künstlers und Schriftstellers Christy Brown in dem Film "Mein linker Fuß" (1989) soll Day-Lewis selbst monatelang mit dem Fuß geschrieben, getippt und gemalt haben. Sein Einsatz wurde mit einem Oscar belohnt.

Zum internationalen Kinostar avancierte er spätestens mit seiner Rolle in "Der letzte Mohikaner" (1992). Als Vorbereitung für seine Filmrolle baute er Kanus und lernte, mit historischer Ausrüstung zu jagen. Das Polit-Drama "Im Namen des Vaters" (1993) bescherte ihm eine weitere Oscar-Nominierung. Im Film "The Boxer" (1997) spielt er den ehemaligen IRA-Kämpfer Danny Flynn, Natürlich hatte er zuvor professionelles Box-Training genommen. Danach gönnte er sich eine fünfjährige Pause vom Film.

In Martin Scorseses "Gangs of New York" (2002) spielte er Bill the Butcher, einen New Yorker Bandenanführer aus den 1860er Jahren. Für seine meisterhaft böse Darstellung erhielt er eine Oscar-Nominierung. Fünf Jahre später hielt er den zweiten Oscar in den Händen, für die Rolle des raffgierigen Öl-Millionärs im Drama "There Will Be Blood" (2007).

Filmszene aus dem Film Lincoln, Daniel Day-Lewis als Präsident Abraham Lincoln (picture-alliance/dpa)

Sein dritter Oscar: Day-Lewis als Abraham Lincoln

"Eine Weile gar nichts machen"

Seine Rolle als US-Präsident Abraham Lincoln (2012) brachte ihm den dritten Oscar ein. Bis in die Bartspitzen eignete er sich die Figur in Steven Spielbergs Historiendrama an. Unmittelbar nach der Oscar-Verleihung kündigte der Hollywoodstar an: "Ich will eine Weile gar nichts machen." Insbesondere in historische Figuren wolle er erstmal nicht mehr als Schauspieler schlüpfen, sagte er. 

Stattdessen zog er sich mit seiner Familie zurück auf eine Farm in Irland. Seit 1996 ist er mit der Filmemacherin Rebecca Miller verheiratet, der Tochter des amerikanischen Autors Arthur Miller. Das Paar hat zwei Söhne. Auch aus seiner Beziehung zu der Schauspielerin Isabelle Adjani hat er einen Sohn.

Mindestens einmal aber wird Day-Lewis noch auf großer Leinwand zu sehen sein. Sein Film "Phantom Thread", so der vorläufige Arbeitstitel, soll im Dezember in den USA starten. Day-Lewis mimt einen Modedesigner der 1950er Jahre, der in der Londoner High Society zu Hause ist.

Filmstill - Im Namen des Vaters mit Daniel Day-Lewis (picture-alliance/TBM/United Archives)

Day-Lewis in "Im Namen des Vaters" (1993)

ka/rey (dpa)

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