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Dampf

Warm bis heiß und feucht, das ist er – der Dampf. Physikalisch ist seine Entstehung leicht zu erklären. In zwischenmenschlichen Beziehungen spielt er eine manchmal nicht unbedeutende Rolle, etwa beim "Hans Dampf".

Es dampft: Etwa in einem türkischen Hamam, in Themalbädern und an Schwefelquellen. Auch wenn wir Wasser kochen oder eine Tasse mit einem heißen Getränk in den Händen halten, wenn es draußen kalt ist. Und wer kennt nicht, in der Erkältungszeit, das Handtuch über dem Kopf und denselbigen dann über einer Schüssel mit dampfendem Wasser.

Feuer und Dampf?

"Dampf": Ein Wort, dessen Bedeutungsvielfalt vom Physikalischen – Stoff in gasförmigem Zustand, zum Beispiel Wasserdampf – bis in den Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen reicht. "Jemandem einen Dämpfer aufsetzen" bedeutet, "ihn oder sie mäßigen, sein oder ihr übertriebenes Selbstgefühl mindern". So steht es im Lexikon.

Wir müssen nicht bis zu den indogermanischen Wurzeln von "Dampf", "dampfen" oder "dämpfen" vordringen; es genügt zu wissen, dass die ursprüngliche Bedeutung von "dämpfen" "das Feuer ersticken" war. Denn ein loderndes Feuer raucht so gut wie nicht. Schüttet man aber Erde oder Wasser darauf, erstickt es unter starker Rauchentwicklung und verlöscht schließlich.

Der sanfte, leise Dampf

So wie ganz wörtlich genommen ein Feuer gedämpft wird, lässt sich im übertragenen Sinn Vielerlei dämpfen. Erwartungen zum Beispiel. "Dämpfen" in diesem Sinne bedeutet "verringern". Gedämpfte Erwartungen führen zu gedämpfter Stimmung, der Dimmer an der Wohnzimmerlampe sorgt bei Bedarf für gedämpftes Licht.

Gegen Abend erscheinen die Farben der Natur in gedämpftem Licht; wir sprechen – wenn nicht alle Umstehenden mitkriegen sollen, was wir sagen – mit gedämpfter Stimme, der weiche Teppichboden dämpft das Geräusch unserer Schritte, in den Restaurants berieselt uns gedämpfte Musik.

Dampf in Musik und Industrie

Beispiele ohne Ende. Was nun aber die Musik betrifft, so gibt es für einige Streichinstrumente "Dämpfer" genannte Klammern, die auf den Steg gesetzt, die Tonstärke deutlich reduzieren, also dämpfen und überdies die Klangfarbe verändern; was jedoch nicht mit gedämpfter Musik gleichzusetzen ist. Die ist einfach leise oder undeutlich zu hören. Aus der Nachbarwohnung beispielsweise.

Lauter ging es da zu Zeiten der Dampfmaschine ab, die das Sinnbild der Industrialisierung schlechthin war. Dass die Eisenbahn mit den Dampflokomotiven, die auch Dampfrösser genannt wurden, das Verkehrswesen geradezu revolutionierte, ist hinlänglich bekannt.

Dampf im Haushalt

Auch im Haushalt geht es nicht ohne Dampf ab. Früher wurden Hosen und Hemden mittels eines feuchten Tuches beim Bügeln gedämpft. Schneller und einfacher geht das mit dem Dampfbügeleisen.

Nicht unbedeutend ist der Dampf auch in der Küche. Fisch, Fleisch, Gemüse, Kartoffeln werden gedämpft, also "durch Dampf gegart". Und das in einem Dampfkochtopf schonend und in kurzer Zeit. Im wahrsten Sinn des Wortes steht dieses Gerät wie jeder Dampfkessel unter Dampf, also unter Druck. Damit dieser Druck nicht so groß werden kann, dass der Topf in die Luft fliegt, gibt es ein Überdruckventil zum Dampfablassen.

Hans Dampf

Auch wir müssen mitunter "Dampf ablassen". Dann schimpfen wir lautstark über etwas oder über jemanden, das oder der uns aufgeregt hat. Vielleicht der "Hans Dampf in allen Gassen"? Dieser muss bei allem dabei sein, hat aber meist außer einer großen Klappe herzlich wenig zu bieten. Ein Schwätzer also, dem man so wenig Bedeutung beimessen muss wie dem Dampf, der sich auflöst und verfliegt.


Fragen zum Text

Dämpfen kann man …

1. die Natur.

2. Kleidungsstücke.

3. Öl.

Sinnbild der Industrialisierung ist …

1. der Dampfkessel.

2. die Dampfmaschine.

3. die Dampfnudel.

Ergänzen Sie: Hans Dampf …

1. mit großer Klappe.

2. trinkt Glühwein.

3. in allen Gassen.

Arbeitsauftrag:

Schreiben Sie eine kurze Geschichte über einen "Hans Dampf in allen Gassen". Verwenden Sie darin mehrere Sätze, in denen "Dampf" oder "dämpfen" vorkommen.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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