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Aktuell Amerika

"Damen in Weiß" vor Papstvisite in Kuba festgenommen

Kurz vor dem geplanten Besuch von Papst Benedikt XVI. in Kuba hat die Polizei in Havanna zahlreiche Oppositionelle festgenommen, darunter auch Aktivistinnen der sogenannten "Damen in Weiß".

Kuba Havanna Protest Protestmarsch der 'Damen in Weiß' in Havanna (Foto: AP/dapd)

Kuba Havanna Protest Protestmarsch Damas de Blanco Dissidenten

Die "Damen in Weiß" demonstrieren jeden Sonntag nach der Messe in der Kirche Santa Rita im Stadtteil Miramar von Havanna für die Freilassung von politischen Gefangenen und ein Ende der Unterdrückung von Regierungsgegnern in dem Karibikstaat. Im Vorfeld des Papstbesuches hat die Gruppe ihre Proteste vestärkt. Sie forderte das katholische Kirchenoberhaupt zudem auf, sich bei seiner Kuba-Visite für eine politische Öffnung des kommunistischen Landes einzusetzen.

Die jüngste Aktion, ein Protestmarsch von Angehörigen politischer Gefangener, wurde am Sonntag von der kubanischen Polizei aufgelöst. Rund 20 der Dissidenten kamen in Gewahrsam. Nach Angaben der "Damen in Weiß" wurden zudem 33 weitere Frauen festgenommen, als sie den Sitz der Organisation in der Hauptstadt verlassen wollten, um zur Kirche zu gehen. Sie wurden mehrere Stunden festgehalten, dann wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete, wie Polizistinnen in Zivil rund 20 Mitglieder der Gruppe vor einem Restaurant in Havanna umringten und zu einem Polizeitransporter abführten. Bereits am Donnerstag hatte die kubanische Polizei die Besetzung einer Kirche durch Dissidenten nach zwei Tagen beendet.

Benedikt besucht auch Mexiko

Papst Benedikt XVI. bei seiner traditionellen Mittwochs-Audienz in Rom (Foto: Reuters9

Papst Benedikt XVI. bittet vor seiner Reise nach Mexiko und Kuba um Gebete

Der Papst besucht die kubanischen Städte Santiago und Havanna vom 26. bis zum 28. März. In Havanna soll es auch ein Treffen Benedikts mit Präsident Raúl Castro, dem Nachfolger und Bruder des langjährigen Staatschefs Fidel Castro, geben.

Zuvor reist das katholische Kirchenoberhaupt nach Mexiko, in den Bundesstaat Guanajuato. Am kommenden Freitag beginnt Benedikt die insgesamt sechstägige Reise. Der Papst rief die Gläubigen auf der ganzen Welt auf, für das Gelingen der Reise zu beten. Er wolle "den Glauben der Christen in diesen geliebten Nationen und in ganz Lateinamerika stützen", sagte er am Sonntag auf Spanisch in einer Ansprache auf dem Petersplatz in Rom. Die traditionelle Audienz am Mittwoch in Rom wurde abgesagt, damit der 84-Jährige vor der Reise Kraft schöpfen kann.

Drogenbande kündigt Gewaltverzicht während Papstbesuch an

Eines der mexikanischen Drogenkartelle hat angekündigt, für die Zeit des Papstbesuchs in dem Land auf Gewalt zu verzichten. Das Kartell namens "Tempelritter" habe dies in mindestens sieben Städten des Bundesstaats Guanajuato auf Bannern angekündigt, sagte ein Behördenvertreter. "Die Tempelritter verzichten auf jegliche Gewalt, wir sind keine Mörder, der Papst ist willkommen", habe darauf gestanden.

Die "Tempelritter" haben sich erst kürzlich als Nachfolge-Organisation des Kartells "La Familia" gegründet. "La Familia" gehörte bis dahin zu den sieben großen mexikanischen Drogenbanden und galt als wichtigster Hersteller synthetischer Drogen in Mexiko. Nach Angaben der mexikanischen Behörde war es der Armee gelungen, das Kartell zu schwächen.

Seit 2005 etwa 50.000 Tote im Drogenkrieg

Präsident Felipe Calderón hatte der organisierten Kriminalität bei seinem Amtsantritt im Dezember 2006 den Krieg erklärt. Das Vorgehen des Staates gegen die großen Kartelle provozierte deren Aufspaltung. Dies führte jedoch zur Entstehung neuer paramilitärischer Banden, die sich auch untereinander bekämpfen. Seit 2006 starben im mexikanischen Drogenkrieg nach Behördenangaben etwa 50.000 Menschen. Es wird erwartet, dass sich Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Mexiko auch zu der Drogengewalt in dem Land äußert.

Im Bundesstaat Guerrero fand die mexikanische Polizei am Sonntag indes erneut Leichenteile. Es handele sich um zehn Köpfe, sagte ein Sprecher. Sie stammten von drei Frauen und sieben Männern und seien in der Nähe eines Markts gefunden worden. Bei den abgetrennten Köpfen seien zudem Nachrichten mit Drohungen gegen "La Familia" entdeckt worden.

kis/det (afp, dapd, dpa)