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Aktuell Nahost

Damaskus unter Dauerbeschuss

Aufständische und Regierungstruppen ringen weiter erbittert um die Kontrolle über die Hauptstadt Damaskus und die Wirtschaftsmetropole Aleppo. Die Arabische Liga rückt mit deutlichen Worten von Präsident Assad ab.

Die Versorgungslage in der Hauptstadt wird allmählich kritisch. Kampfhubschrauber kreisen über Damaskus und feuern laut Augenzeugen Raketen ab. Panzer fahren durch die Straßen und schießen auf alles, was sich bewegt. Bewaffnete Anhänger der Opposition liefern sich in Wohnvierteln schwere Gefechte mit Regierungssoldaten.

Assad-Einheiten vertreiben Rebellen

Einheiten der vom Präsidentenbruder Maher al-Assad kommandierten 4. Division vertrieben am Sonntag die Aufständischen aus dem Stadtteil Barseh in Damaskus und töteten mehrere junge Männer, wie der Aktivist Abu Kais der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon mitteilte. Die Elite-Division gilt als wichtige Stütze von Machthaber Baschar al-Assad. Auch im Stadtteil Masse übernahmen Assad-Soldaten wieder die Kontrolle. Dort wurden laut Opposition 20 unbewaffnete junge Männer getötet, denen die Armee vorwarf, die Rebellen zu unterstützen.

Panzer rollen durch Masse, ein Stadtviertel in Damaskus (Foto: rtr)

Panzer rollen durch Masse, ein Stadtviertel in Damaskus

Syrische Eliteeinheiten griffen in Damaskus außerdem die Stadtviertel Barse und Rukneddin an. Anschließend hieß es, die Armee habe das Viertel Kabun "gesäubert". Dort seien zahlreiche "Terroristen" getötet worden.

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Syrien: Gefechte und Massenflucht

In der nordwestsyrischen Millionenstadt Aleppo hält die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) nach Angaben eines Aktivisten die Stadtteile Sahur, Hanano und Sajf al-Daula. Die Rebellen kündigten am Sonntag eine "Befreiungsschlacht" um Aleppo an. Am Dienstag hatten sie bereits eine Offensive in Damaskus gestartet, die von der Assad-Armee seit Freitag erwidert wird.

Zivilisten fliehen in Nachbarländer

Vor der Gewalt und den Kämpfen sind tausende Menschen auf der Flucht. Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) brachten sich innerhalb von zwei Tagen bis zu 30.000 Menschen allein aus Damaskus in Sicherheit. In Jordanien trafen nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation am Sonntag 2000 Syrer ein.

Die Lage an den Grenzen zum Irak und zur Türkei bleibt unübersichtlich. Die Rebellen kontrollierten laut eigenen Angaben einen der drei wichtigsten Grenzposten zum Irak und drei von zwölf Übergängen zur Türkei.

Eine syrische Mutter mit ihren Kindern in einem Flüchtlingslager in der Türkei (Foto: rtr)

Syrische Flüchtlinge in einem Lager in der Türkei

"Assad muss zurücktreten"

Die Arabische Liga rief Syriens Staatschef Assad auf, sich "schnell" von der Macht zurückzuziehen. Assad müsse die Zerstörung und das Töten durch eine "mutige" Entscheidung beenden, verlangte Katars Außenminister und Regierungschef Scheich Hamad Ben Dschassem al-Thani in der Nacht zum Montag nach dem Außenministertreffen in Doha.

Nach Vorstellung der Arabischen Liga sollten die Opposition und die Freie Syrische Armee eine Übergangsregierung der nationalen Einheit bilden.

Westerwelle: Wendepunkt im Syrien-Konflikt

Außenminister Guido Westerwelle drängt auf neue Initiativen zur Beilegung des Syrien-Konflikts. In einem Papier des Auswärtigen Amtes für die europäischen Partnerstaaten und die EU- Außenbeauftragte Catherine Ashton heißt es, die Asssad-Regierung werde nicht mehr in der Lage sein, die volle Kontrolle über das Land zurückzugewinnen. Zugleich sei der UN-Sicherheitsrat blockiert, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" weiter aus dem Schreiben. In dieser Situation müssten andere Wege gefunden werden, die Gewalt einzudämmen, die humanitäre Hilfe zu intensivieren und Vorkehrungen für einen Wiederaufbau nach dem Ende des Assad-Regimes zu treffen.

Die Außenminister der Europäischen Union beraten an diesem Montag in Brüssel ein weiteres Mal über die Lage in Syrien.

se/fw (afp, dapd, dpa, rtr)

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