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Kultur

Dalai Lama tritt beim Glastonbury Festival auf

Der Dalai Lama, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Führer der tibetischen Exilregierung, wird auf dem Glastonbury Festival in England sprechen. Die chinesische Regierung ist wenig amüsiert.

Das geistliche Oberhaupt der Buddhisten wird während seines viertägigen Englandaufenthalts auf dem bekanntesten Musikfestival Englands eine Rede halten – irgendwo zwischen Bands wie The Who und Alt-J und vor 135.000 verschwitzten Festivalgängern. Laut seiner Pressestelle soll seine Botschaft am kommenden Sonntag (28.06.) eine "des Mitgefühls, der Gewaltlosigkeit und der Einheit der Menschheit" werden.

Das Glastonbury Festival hat schon immer mehr als Musik geboten. Neben dem Dalai Lama wird dieses Jahr der Physiker Stephen Hawking erwartet. Auch zwei Mitglieder der russischen Protest-Punkband Pussy Riot treten auf.

Gutes Timing

Der Besuch in England ist für den Dalai Lama gut gewählt, da er, nach westlichem Kalender, am 6. Juli 80 Jahre alt wird. Im indischen Dharamsala, wo er 1959 Exil fand, feierten seine Anhänger schon am 21. Juni seinen Geburtstag.

Für die britische Regierung liegt sein Besuch zeitlich jedoch weniger günstig. Der Dalai Lama wird sich mit keinem Regierungsvertreter treffen. Im Oktober steht ein Besuch des chinesischen Präsident Xi Jinping im Vereinigten Königreich an. David Cameron, britischer Premierminister, erhielt schon 2012 einen Rüffel der chinesischen Regierung, nachdem er den Dalai Lama getroffen hatte.

Dalai Lama als "spiritueller Terrorist"

Gerüchte zum Auftritt des Dala Lama gab es schon seit Anfang des Jahres. Die Nachricht wurde aber erst am Donnerstag (25.06.) von seiner Pressestelle bestätigt. Unterdes kritisierte die chinesische Regierung den Auftritt bereits. Der chinesische Pressesprecher Lu Kang sagte: "wir sind gegen jede Organisation, die dem Dalai Lama eine Plattform für seine anti-chinesische und separatistische Agitation bietet." China wirft dem Dalai Lama vor, er streite für die Unabhängigkeit Tibets durch seinen "spirituellen Terrorismus". Er selbst, der sich 2011 aus der Politik zurückzog, verlange laut eigener Aussage jedoch lediglich kulturelle und religiöse Autonomie für die Tibeter.

Tibeter in Tibet sowie in Exilgemeinden auf der Welt werfen der chinesischen Regierung kulturelle und religiöse Unterdrückung vor. Peking rechtfertigt seine Ansprüche jedoch mit der wirtschaftlichen Entwicklung, die die Bergregion Tibet brauche. Laut tibetischer Exilregierung haben sich seit 2009 über 130 ethnische Tibeter aus Protest gegen die Regierung in Peking selbst verbrannt.

ct/pj (dpa/afp)