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Wirtschaft

Daimler verkauft so viel wie nie

Ein starkes zweites Quartal sichert dem Autobauer die Pole Position gegenüber dem Rivaten BMW. Doch auch die Stuttgarter haben ihr eigenes Dieselgate.

Rekordverkäufe in der Pkw-Sparte haben im zweiten Quartal den Umsatz beim Autobauer Daimler trotz eines schwächelnden Lkw-Marktes angetrieben. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie der Konzern an diesem Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Beim Absatz hatte Daimler den Rivalen BMW dank starker Geschäfte in China und dem Start der neuen E-Klasse im ersten Halbjahr überrundet. Unterm Strich verdiente Daimler 2,4 Milliarden Euro nach 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr.

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Rekordstrafe: LKW-Bauer müssen rund 3 Milliarden Euro zahlen

Rückstellungen für den Rückruf von Autos mit Tataka-Airbag und für "Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren" belasteten den Gewinn. Am Dienstag war dem Autobauer von der EU-Kommission eine Strafe von gut einer Milliarde Euro für ein Lkw-Kartell mit fünf anderen Lkw-Herstellern aufgebrummt worden.

Auch die Ertragskraft des Konzerns im Autogeschäft ließ im Jahresvergleich entsprechend nach. Die operative Marge, also der Anteil des operativen Gewinns (Ebit) am Umsatz, lag unter anderem wegen der Takata-Rückstellungen bei 6,4 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr.

Juristischer Ärger erwartet den Konzern

Doch Daimler hat nicht nur Ärger mit den Tataka-Airbags, der Konzern hat auch sein eigenes Dieselgate. Auch wenn Konzernchef Dieter Zetsche nur eine Woche nach Bekanntwerden der Manipulationen von Abgaswerten bei Volkswagen beteuert hat, nicht manipuliert zu haben, müssen sich die Stuttgarter in juristischen Scharmützeln im Zusammenhang mit dem Abgasskandal herumschlagen.

Zwar wurden dem Stuttgarter Autokonzern nach wie vor keine Manipulationen im Stile von Volkswagen nachgewiesen. Doch nicht nur die US-Justiz beschäftigt sich inzwischen mit der Frage, ob die Schwaben bei der Auslegung der Abgasvorschriften nicht etwas zu weit gegangen sind.

Streitpunkt ist ein sogenanntes Thermofenster, das in bestimmten Temperaturbereichen die Abgasnachbereitung herunterregelt. Nach der Argumentation der Hersteller wird das genutzt, um Bauteile im Motor zu schützen. Umweltschützer wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisieren, dass die Ausnahmeregelungen aus der entsprechenden EU-Verordnung zu weit ausgelegt werden. Im April einigte sich Daimler wie andere Hersteller auch mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) darauf, 247 000 Fahrzeuge "freiwillig" zurückzurufen, um die Technik anzupassen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat eine Unterlassungsklage wegen Verbrauchertäuschung vor dem Landgericht Stuttgart eingereicht. Die Umwelthilfe wirft dem Autobauer vor, Verbraucher mit Werbung über saubere Dieselmotoren in die Irre zu führen. Der Verein kritisiert ebenfalls die Einrichtung, die in einigen Dieselmotoren dafür sorgt, dass die Abgasnachbereitung in bestimmten Temperaturbereichen heruntergeregelt wird. Die Umwelthilfe hatte deshalb den Entzug der Typgenehmigungen eines Modells gefordert und in einem Rechtsgutachten die Praxis für nicht rechtens erklären lassen.

zdh/wen (dpa, rtr)

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