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Wirtschaft

Daimler steigt bei Tesla ein

Der Autokonzern Daimler beteiligt sich mit knapp zehn Prozent beim amerikanischen Elektro-Sportwagenbauer Tesla. Dafür zahlen die Stuttgarter einen zweistelligen Millionen-Betrag.

Ein Smart-Auto mit Elektroantrieb (Foto: AP)

Daimler will künftig mit dem US-Konzern Tesla Motors Elektroautos bauen

Rund 50 Millionen Dollar wollen die Deutschen in eine strategische Partnerschaft investieren, um die weltweite Kommerzialisierung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen zu beschleunigen. Eine Investition in die Zukunft, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche zur Deutschen Welle: "Tesla ist das einzige Unternehmen, das heute für den Kunden elektrisch betriebene Autos anbietet, die im täglichen Einsatz mit hervorragenden Eigenschaften aufwarten. Wir haben hier einen Partner, der in diesem spezifischen Gebiet schon Kundenerfahrung hat. Und wir haben eine ganze Reihe von Technologien, die sich dazu ergänzen." Deshalb sei er überzeugt, so Zetsche, dass die Unternehmen gemeinsam sehr viel schneller und noch erfolgreicher vorankommen könnten.

Für Daimler ist dies bereits die dritte strategische Partnerschaft. Seit März betreibt der schwäbische Autobauer ein Joint Venture mit dem Mischkonzern Evonik. Zusammen mit dem Zulieferer Continental arbeitet Daimler an der Herstellung von Lithium-Ionen Batterien. Derartige Kooperationen liegen zurzeit im Trend: Toyota arbeitet beispielsweise mit Panasonic zusammen, Renault-Nissan mit NEC, während Volkswagen Sanyo als Partner gewonnen hat.

Elektro-Kraft aus 7000 Akkus

Die Limousine von Tesla Modell S mit einer Reichweite von bis zu 480 Kilometern

Elektro-Limousine von Tesla

Das in Kalifornien ansässige Unternehmen Tesla Motors, gegründet vom 37jährigen Südafrikaner Elon Musk, entwickelt seit 2004 Elektroautos. Derzeit kann man für rund 110.000 Dollar einen Sportwagen erwerben, der in drei Sekunden von Null auf hundert beschleunigt. Prominente Schauspieler fahren gern mit dem angesagten Gefährt, das auf dem Sportwagen Lotus basiert. Als Batterien werden knapp 7000 handelsübliche Lithium-Ionen Akkus verwendet, die auch in Laptops eingesetzt werden.

Das Auto zum zweiten Mal erfinden

Finanziert wurde Tesla bislang vom Google-Gründer Larry Page, dem Ebay-Milliardär Jeff Skoll und dem Hyatt-Chef Nick Pritzler. Tesla-Chef Elon Musk ist ebenfalls mit rund 27 Millionen Dollar eingestiegen. Die Vereinbarung zwischen Tesla und Daimler sieht vor, enger bei der Entwicklung von Batterie-Systemen, Elektorantrieben und -fahrzeugen zusammen zu arbeiten. Dabei setzt Daimler-Chef Zetsche auf die Kombination von Erfahrung und Innovation: "Jeder weiß, dass Daimler das Automobil erfunden hat. Nun müssen wir das Automobil wieder erfinden, und dabei wollen wir wieder die Führungsrolle übernehmen", sagte Zetsche zur Deutschen Welle.

Mercedes-Sportwagen auf der Autoshow in Detroit (Foto: AP)

Daimler will 2012 Autos der Marke Mercedes Benz mit eigenen Akkus ausstatten

Tesla will 2011 ein Mittelklasse-Fahrzeug mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern herausbringen und damit auch herkömmliche Autofahrer zum Wechsel auf Elektroantrieb bewegen. Vereinbart ist bereits, dass Tesla die ersten 1.000 Elektro-Smarts der zweiten Generation liefert. Die mit Lithium-Ionen Akkus ausgestatteten Autos sollen Ende dieses Jahres produziert werden und bei Flottenversuchen in Berlin und Italien zum Einsatz kommen. Von 2012 an will Daimler dann Elektroautos der Marke Mercedes Benz mit eigenen Akkus ausstatten und den Hybrid-Anteil bei Mercedes-Personenwagen auf 20 Prozent ausbauen.

Autor: Rolf Wenkel

Redaktion: Monika Lohmüller

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