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Automobilbranche

Daimler: Neuer Pick-up im Lifestyle-Trend?

Die Stuttgarter bringen einen Pick-up auf den Markt und setzen auf einen Imagewandel wie einst beim Geländewagen. Ob das gelingt, ist zumindest fraglich - auch wegen des Diesel-Antriebs.

Es hat hierzulande wahrscheinlich schon passendere Zeiten gegeben, um ein solches Auto auf den Markt zu bringen. Ein ganzes Land redet über Abgas-Skandale, Fahrverbote, das Ende des Verbrenners und den Umstieg auf Elektroautos, und Daimler geht mit einem wuchtigen Pick-up an den Start. Die neue X-Klasse ist ein Schwergewicht mit Ladefläche, hat überwiegend Diesel-Antrieb, und nach einem Elektromotor braucht der Kunde zumindest vorerst gar nicht zu fragen. Der Stuttgarter Autobauer stößt damit in ein für ihn neues Segment vor. Und der Heimatmarkt Deutschland spielt dabei allenfalls eine Nebenrolle.

Zwar kommt die am Dienstagabend in Kapstadt vorgestellte X-Klasse Ende des Jahres zuerst in Europa auf den Markt, dann aber recht bald auch in Südafrika und Australien, wo Daimler deutlich mehr Potenzial sieht als in der Heimat, wo Pick-ups ein Nischenmarkt sind. "Wir können nicht nur Fahrzeuge bauen, von denen wir die meisten - oder einen hohen Prozentsatz - in Deutschland verkaufen", sagt der Chef der Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg. "Deutschland ist heute noch kein Hauptmarkt." 

Weltpremiere X-Klasse Mercedes-Benz (Picture alliance/dpa/C. Shoem)

Überwiegend Ddiesel-Antrieb: X-Klasse von Mercedes-Benz bei der Weltpremiere in Kapstadt

Vom Gelände in die Stadt

Wenn es nach Daimler geht, dann wiederholt sich bei den mittelgroßen Pick-ups, zu denen die X-Klasse zählt, der Erfolg der Sport Utility Vehicle - kurz: SUV - genannten sportlichen Geländewagen. Auch die haben es aus dem Gelände in die Stadt geschafft. Ursprünglich als Arbeitstier gedacht, könnten es dank höherwertiger Ausstattung genau so auch die Pick-ups zum Lifestyle-Auto bringen, glaubt Mornhinweg.

Willi Diez vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen ist allerdings skeptisch. "Ich glaube nicht, dass man den Pick-up zu einem Trend-Segment machen kann", sagt er. Er bleibe in erster Linie ein Nutzfahrzeug, mit dem wohl kaum jemand abends in die Oper fahre.

ul/zdh (dpa)

 

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