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Deutschlehrer-Info

DaFWEBKON: eine Online-Konferenz für Deutschlehrer

Treffen sich 700 Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen im Netz, um über mobiles Lernen im Internet zu sprechen. Geht nicht? Geht doch. Auf der DaFWEBKON – einer Webkonferenz für Deutsch als Fremdsprache.

„Können mich alle hören oder bin ich immer noch zu leise?“ Andrea Pfeil vom Goethe-Institut dreht das Mikrofon ihres Headsets hin und her. Gleich will sie mit ihrem Vortrag „Online Tutorieren leicht gemacht“ beginnen. Über 90 Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer werden ihr dabei zuhören und ihr Fragen stellen. Allerdings nicht in einem Konferenzsaal, sondern im Netz.

Die DaFWEBKON ist eine Webkonferenz für Lehrerinnen und Lehrer aus aller Welt, die sich für mobiles Unterrichten von Deutsch als Fremdsprache interessieren. 2012 fand sie zum ersten Mal statt. Den Veranstaltungsort – das Internet – haben die Organisatorinnen bewusst gewählt: „Für unsere Konferenz muss keiner in ein Flugzeug steigen und um die halbe Welt reisen“, betont Angelika Güttl-Strahholfer, eine der drei Organisatorinnen.

„Guten Morgen aus Brasilien“

Es ist der 15. März, der erste von zwei Konferenztagen, 12:30 Uhr. Das Symposium vom Goethe-Institut geht in die nächste Runde. Andrea Pfeil übergibt an ihre Kollegen, die über Tablets im DaF-Unterricht sprechen möchten. Während die, die gleich vortragen müssen, noch an technischen Details wie den Kameraeinstellungen schrauben, ist die Diskussion unter den Teilnehmern längst in vollem Gange.

Laptop mit Headset

Alles, was man für eine Webkonferenz braucht: Laptop, Kopfhörer und eine gute Internetverbindung

„Wer von euch benutzt bereits Tablets im Unterricht?“, hat jemand in den Chat getippt. „Mit welchen Apps habt ihr Erfahrungen?“, möchte ein anderer wissen. Die Community der DaF-Lehrerinnen und Lehrer plaudert munter drauf los. Sie ist bunt gemischt, das verraten nicht nur die Namen, die im Chat-Fenster auftauchen. Zwischendurch erscheinen auch immer wieder Beiträge wie: „Guten Morgen aus Brasilien“, oder: „Hallo, ist noch jemand aus Bulgarien dabei?“

„Ich glaub', das Programm ist abgestürzt“

Die DaFWEBKON funktioniert über Adobe Connect – ein Kommunikationsprogramm fürs Netz, das auf Webkonferenzen spezialisiert ist. Präsentationen und Vortragsfolien sind für alle sichtbar. Wer etwas vorträgt, ist live im Bild und für alle, die ebenfalls eingeloggt sind, zu sehen und zu hören. Zugleich können sich alle im Text-Chat tummeln, haben die Möglichkeit, Fragen einzuwerfen oder Kommentare abzugeben.

Logo Dafwebkon

Die DaFWEBKON fand dieses Jahr zum dritten Mal statt

Auch wenn das Konzept einfach klingt: Es gibt etwas, das den Ablauf der Konferenz im Internet erheblich stören kann: das Internet selbst. Ist die Verbindung schlecht oder instabil, kann schon mal das Bild einfrieren, die Stimme verzerrt klingen oder der schlimmste Fall eintreten: Das Programm stürzt ab.

Mal schnell einen Kaffee holen

Dafür bietet die DaFWEBKON aber auch Vorteile. „Einer unser Vortragenden ist krank geworden“, erzählt Organisatorin Heike Philp, einen Tag vor Beginn der Konferenz. Vortragen werde der Kollege aus Korea trotzdem: vom Bett aus. Und auch sonst kann sich jeder die Konferenz so gestalten, wie er möchte: „Ich gehe mir mal schnell einen Kaffee holen“, tippt einer gegen 12:30 Uhr in den Chat.

Kaffeetasse neben Laptop mit screenshot von DaFWEBKON

Auf einer Webkonferenz bestimmt jeder selbst, wann Kaffeepause ist

Und während sich die einen eine Pause gönnen, sprechen die anderen im virtuellen Konferenzraum weiter über Tablets im Unterricht. „Die Arbeit mit mobilen Endgeräten ist dieses Jahr einer der Schwerpunkte“, erzählt Angelika Güttl-Strahholfer. Die Veranstalterinnen haben DaF-Lehrerinnen und Lehrer aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt aufgefordert, auf der Konferenz über ihre Erfahrungen zu berichten. In diesem Jahr gibt es einige Beiträge aus Afrika, zum Beispiel aus Marokko.

Digitale Technik: ein Zugewinn für den Unterricht

Mit ihrer Webkonferenz wollen die Organisatorinnen vor allem den Ideen- und Erfahrungsaustausch in der Community der Deutschlehrerinnen und Lehrer fördern: Was für Tools gibt es? Wie können sie eingesetzt werden? Und, sie wollen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf diese Weise eine Fortbildung ermöglichen. „Auch wenn digitale Technik Lehrerinnen und Lehrer niemals ersetzen wird, sehen wir sie trotzdem als einen Zugewinn für den Unterricht“, betont Heike Philp.

Banner mit Logo das Bandtagebuch mit EINSHOCH6

Die Deutsche Welle hat auf der DaFWEBKON das Bandtagebuch vorgestellt

Wie zum Beispiel könnte man den Deutschunterricht mit ein bisschen Musik aufpeppen? Das Projekt „Das Bandtagebuch“ der Deutschen Welle bietet Videos rund um das Leben der Münchner Hip-Hop-Hand „EINSHOCH6“ – die zum Deutschlernen animieren. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann den Beitrag von Esther Weingarten auf der DaFWEBKON hier als Live-Mitschnitt anschauen. Und alle anderen Tipps rund um den mobilen Deutschunterricht aus dem Programm der Webkonferenz gibt es hier.

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