DaFWEBKON 2018: „Global vernetzt – lokal aktiv!“ | Deutschlehrer-Info | DW | 08.03.2018
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Deutschlehrer-Info

DaFWEBKON 2018: „Global vernetzt – lokal aktiv!“

Auch diesen März kamen wieder Deutschlehrende im Internet zusammen, um sich auf der DaFWEBKON auszutauschen. Ein Höhepunkt der Webkonferenz war die Lesung des Schriftstellers Leonhard Thoma.

Maike und Thorsten sind ein ideales Paar. Ihre Gemeinsamkeiten überwiegen, die wenigen Unterschiede ergänzen sich: „Thorsten kommt früh nach Hause und kocht gerne, Maike kommt spät nach Hause und spült gerne", erzählt Leonhard Thoma. „Beide wohnen in München. Beide sind Singles. Sie kennen sich nicht. Schade!"

Maike und Thorsten sind die Protagonisten einer Erzählung von Leonhard Thoma. Der Deutschlehrer schreibt spannende und witzige Geschichten, die sich dank ihrer einfachen Sprache zum Deutschlernen eignen. „Einfach muss nicht heißen: künstlich vereinfacht", stellt Thoma zu Beginn seiner Lesung klar. Seine Texte seien leicht verständlich, dabei aber absolut authentisch.

Und er beweist es direkt. Die Erzählungen aus den Bänden „Der Hundetraum" und „Das Idealpaar" handeln allesamt von Alltagssituationen, mit denen jeder etwas anfangen kann. Doch die oft unerwarteten Enden überraschen das Publikum und sorgen für Unterhaltung. Sie bieten außerdem Anlass zum Mitmachen. Während seines Vortrags lädt Thoma seine Zuhörer immer wieder dazu ein, die Geschichten weiterzuspinnen und deren Ausgang selbst zu erraten.

Das funktioniert bei einer Online-Konferenz genauso wie in einer Lesung vor Live-Publikum oder während des Deutschunterrichts mit Schülern – nur eben nicht mündlich, sondern im Chat. Dort sprudelt es am Ende der Lesung auch vor Lob: „Nicht nur toller Schriftsteller, sondern auch perfekter Schauspieler", schreibt Nutzerin Elena. „Einfach toll :)", freut sich Anamaria Drvoderic. Und auch Ursula Schoenreich versichert: „Ich bin begeistert!"

Digitale Werkzeuge im Unterricht

Die Lesung war einer der Höhepunkte der diesjährigen DaFWEBKON, der Online-Konferenz für Deutschlehrende, Weiterbildungsinstitutionen und Lernmittel-Produzenten. Sie bot vom 1. bis zum 3. März 2018 zahlreiche Vorträge und Diskussionen, die unterschiedliche Aspekte des Deutschlehrens thematisierten. Dabei präsentierten die meisten Referenten Ideen und Mittel für einen digital gestützten Fremdsprachenunterricht.

Professor Bernd Rüschoff von der Universität Duisburg-Essen warb in seiner Keynote für den Einsatz digitaler Werkzeuge. Das Smartphone sowie entsprechende Software seien inzwischen fester Bestandteil unseres Alltagslebens – warum also nicht auch im Sprachunterricht, meinte Rüschoff. Sie seien vom Lerner akzeptierte Tools, die einen authentischen Lernkontext schaffen würden. Außerdem könne man mit ihnen „herrlich experimentieren, ausprobieren, auch mal schnell wieder verwerfen und etwas Neues aufbauen", so der Linguistik-Dozent. Als Beispiele nannte er unter anderem Programme, mit denen eigene Videos oder Comics erstellt werden können, sowie solche, die mit „Augmented Reality" arbeiten, also Bilder der realen Welt um virtuelle Elemente ergänzen.

Mobil Deutsch lernen mit der DW

Auch im Symposium der DW ging es ums Deutschlernen auf dem Smartphone – mit neuen Kursen, die gezielt für die mobile Nutzung optimiert wurden. Zum neuen mobilen DW-Angebot gehören neben dem umfangreichen Basissprachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene „Nicos Weg" auch das Format „ABC" für Menschen, die das lateinische Alphabet erlernen möchten, sowie das Format „Profis gesucht", das Lerner fachsprachlich auf bestimmte Berufe vorbereitet.

Public Viewing bei der Online-Konferenz

Die DaFWEBKON 2018 statt unter dem Motto „Global vernetzt – lokal aktiv!" und machte diesem Leitspruch alle Ehre. Im Chat grüßten unter anderem Teilnehmer aus Russland, Belgien, Nigeria, der Türkei, Japan und Kanada – sowie Italien. Dort, genauer in der Stadt Latisana, hatte sich eine ganze Gruppe von Deutschschülern in ihrem Gymnasium versammelt, um die Lesung von Leonhard Thoma gemeinsam im „Public Viewing" zu verfolgen.

Insgesamt konnte die Konferenz mehr als 700 Besucher in ihren virtuellen Räumen verzeichnen. Den Livestream auf YouTube verfolgten nach Angaben der Veranstalter fast 1.700 Nutzer. Und wer die DaFWEBKON verpasst hat, kann sich auch im Nachhinein noch sämtliche Beiträge anschauen. Auf der Website gibt es alle Aufzeichnungen.

 

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