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Bildung

DAAD fördert internationale Spitzenmusiker

Sie sind jung und begabt. Und sie singen und spielen Klassik, traditionelle Musik aus ihren Heimatländern und ganze neue Werke. In Berlin gaben Musiker-Stipendiaten des DAAD eine Kostprobe ihre Könnens.

Teilnehmer des Stipendiatentreffens am 13. und 14. April in der Akademie der Künste in Berlin. Copyright: DAAD/Schobbert Berlin, 13.04.2012

DAAD Stipendiantenkonzert

Musik, überall ist Musik! Im großen Saal der Akademie der Künste proben die Pianisten, in einem kleineren ein Kammerorchester, nebenan Gitarristen und im Foyer die Sänger und Sängerinnen. Ernsthaft und konzentriert wird hier musiziert, aber kaum ist das Lied gesungen, das Stück gespielt, wird wieder gelacht und geplaudert. Und zwar auf Deutsch, was keineswegs selbstverständlich ist. Denn die jungen Musiker und Musikerinnen, die aus allen Teilen der Republik zu diesem Treffen angereist sind, stammen aus verschiedensten Ländern der Welt - aus China, Japan oder Korea, aus Osteuropa, Russland, der Mongolei und den USA, aus Italien, Spanien, Brasilien oder Argentinien.

Mehr als Musik studieren

Als Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) studieren die jungen Talente nicht nur ihr Instrument oder ihre Stimme, sondern lernen auch die deutsche Sprache. Schließlich sollen sie während ihres Aufenthalts ja auch etwas von der deutschen Gesellschaft und ihrer Kultur mitbekommen. Und dazu, sagt Christian Timme, beim Deutschen Akademischen Austauschdienst zuständig für die Auswahl der Musik-Stipendiaten, gehören nun einmal Sprachkenntnisse. Jährlich ermöglicht der DAAD rund 100 jungen Musikern und Musikerinnen aus aller Welt einen Studienaufenthalt in Deutschland. Eine von ihnen ist die 25-jährige Japanerin Akiho Tsujii. "Deutschland ist Europa", sagt sie. Und klassische Musik sei nun einmal europäische Musik. Die könne man in Japan nur begrenzt studieren.

Teilnehmer des Stipendiatentreffens am 13. und 14. April in der Akademie der Künste in Berlin. Copyright: DAAD/Schobbert Berlin, 13.04.2012

Nach dem Spiel wird sofort wieder gelacht.

Ja, bestätigt auch Wesley Dunnagan aus Kalifornien, in Deutschland fände man als Sänger noch einmal einen ganz anderen Zugang zur Musik. Denn nur hier könne man die kleinen Nuancen der Sprache wirklich lernen, Menschen bobachten und auch die Alltagskultur studieren. Und alles zusammen dann wieder in seine Musik einfließen lassen.

Großer Zuspruch

Deutschlands Musikhochschulen genießen in aller Welt einen außerordentlich guten Ruf. Mittlerweile stammen fast die Hälfte der Studierenden aus dem Ausland. Die DAAD-Stipendiaten unter ihnen haben nicht nur das Glück, finanziell unterstützt zu werden, sondern profitieren auch von organisierten Treffen wie dem nun in Berlin, sagt die Brasilianerin Daniela Vega. Tatsächlich boten die Workshops und Konzerte in der Akademie der Künste auch die Möglichkeit, traditionelle Musik aus verschiedenen Ländern der Welt kennen zu lernen. Die wurde hier ebenso gespielt wie Klassik und ganz neue Kompositionen. Aber man hat auch über Erfahrungen im Gastland Deutschland gesprochen sowie über Fragen der kulturellen Identität und über Politik.

Teilnehmer des Stipendiatentreffens am 13. und 14. April in der Akademie der Künste in Berlin. Copyright: DAAD/Schobbert Berlin, 13.04.2012

So mancher Stipendiat macht Karriere.

Der Komponist und Musikethnologe Dieter Mack, der auch Vorsitzender der Musikerauswahl-Kommission des DAAD ist, erzählt von einer spannenden Diskussion mit einem Palästinenser, bei der es natürlich um politische Fragen ging: Wie man Musik überhaupt in Palästina realisieren kann, was das bedeutet an Kulturverlust durch das, was dort passiert? Dass er seine Kultur eher hier leben könne, weil es in seinem eigenen Land gar nicht möglich sei aufgrund der politischen Umstände.

Vielfältige Perspektiven

Ehemalige DAAD-Stipendiaten haben oft eine internationale Karriere gemacht. Manche sind in Deutschland geblieben, viele andere sind in ihre Heimatländer zurückgegangen und tragen nun auch dazu bei, dass dort europäische und moderne Musik gespielt wird. Wie begabt die jüngsten Stipendiaten sind, das haben sie gerade in der Berliner Akademie der Künste gezeigt.