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Aktuell Amerika

Da ist "etwas schiefgelaufen"

Einen Monat nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi hat das Weiße Haus Sicherheitsmängel eingeräumt. Die Regierung von Präsident Obama gerät zunehmend in die Kritik.

Es stehe außer Frage, dass die Schutzmaßnahmen nicht ausgereicht hätten, um die Tragödie in Bengasi zu verhindern, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney. "Es steht außer Frage, dass etwas schiefgelaufen ist, wenn vier Amerikaner getötet wurden." Carney äußerte sich vor dem Hintergrund einer Kongressanhörung, in der es um die Sicherheitslage vor der Attacke auf das US-Konsulat ging.

Regierungsbeamte hatten zuvor erstmals Details über den Ablauf des Angriffs geschildert. Demnach waren Dutzende bewaffnete Männer daran beteiligt. Die Attacke sei nach einem ruhigen Tag überraschend gekommen, berichteten die Beamten. Ihren Angaben zufolge gab es erste Anzeichen kurz vor 22 Uhr Ortszeit. Es seien laute Rufe, Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. US-Botschafter Chris Stevens, der bei der Attacke zusammen mit drei Mitarbeitern ums Leben kam, habe sich zunächst in einen Schutzraum geflüchtet. Nachdem die Angreifer das Gebäude in Brand gesteckt hätten, sei Stevens nach Luft ringend in ein Badezimmer gerannt. Dort habe er es nicht mehr herausgeschafft.

"Schwach"

Vor allem die oppositionellen Republikaner lasten dem US-Außenministerium an, dass die Sicherheitsvorkehrungen nicht genügend verstärkt wurden, obwohl die diplomatische Vertretung darum gebeten habe. Ein ranghoher amerikanischer Sicherheitsbeamter bestätigte dies in der Anhörung. Die Schutzmaßnahmen für das Konsulat seien "schwach" gewesen, beklagte Oberstleutnant Andrew Wood. Gegen Botschafter Stevens seien direkte Drohungen ausgesprochen worden. Der für die Region zuständige Sicherheitsoffizier habe sich vergeblich um zusätzliches Personal bemüht, so Wood.

Das Außenministerium wehrte sich unterdessen gegen Vorwürfe, es habe zunächst bewusst verschwiegen, dass der Angriff einen terroristischen Hintergrund hatte. Die von den Geheimdiensten gelieferte Informationslage habe sich damals ständig verändert, beteuerte ein Vertreter des Ministeriums. "Offenkundig wissen wir heute mehr als wir am Sonntag nach dem Angriff wussten."

Obamas Regierung hatte die Attacke zunächst mit den antiamerikanischen Protesten in muslimischen Ländern gegen ein in den USA produziertes islamfeindliches Video in Verbindung gebracht. Später stellte sich heraus, dass es am Abend des Angriffs gar keine solche Demonstration vor dem Konsulat gab.

wa/re (dpa, afp)