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Aktuell Welt

Düstere Warnung vor globaler Klimakatastrophe

Renommierte Wissenschaftler schlagen Alarm: Sie gehen davon aus, dass die Staatengemeinschaft ihren Kampf gegen den Klimawandel verlieren wird, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 nicht rasant reduziert wird.

Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen und Wirbelstürme - diese Wetterextreme als Folgen des Klimawandels sind schon jetzt weltweit zu spüren. Eine Studie der Vereinten Nationen spricht nun Tacheles: Der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) und anderer Schadstoffe durch Fabriken, Kraftwerke, Autos und Flugzeuge hat danach im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts einen Rekordstand erreicht.

Grund hierfür sei vor allem das rasante industrielle Wachstum in China und anderen asiatischen Staaten, heißt es im Entwurf eines UN-Berichts. Dies gefährde das erklärte Ziel von knapp 200 Ländern, den Anstieg der Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Zusätzliche Maßnahmen?

Bis zu dieser Grenze gelten die globalen Folgen des Klimawandels wie eben Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren noch als beherrschbar. Sollte der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 nicht unter Kontrolle gebracht werden, müssten die Länder jedoch zusätzliche Maßnahmen erwägen, um CO2 aus der Erdatmosphäre wieder herauszubekommen. Als Beispiele nennen die Autoren der Studie, die zu den weltweit angesehensten Klimaforschern zählen, unter anderem die Pflanzung von neuen Wäldern, damit die Bäume das CO2 aus der Luft in ihrem Zellgewebe binden könnten.

Eine weitere Möglichkeit sei das "Einfangen und Vergraben" von Treibhausgasen, was aber noch näher erforscht werden müsse.

Anwohner waten durch die Fluten in Bangkok (Foto: AP)

Im Oktober 2011 steht Thailands Hauptstadt Bangkok unter Wasser

Dürren und Überschwemmungen werden zum Alltag

Der Klimawandel macht sich seit längerem schon bemerkbar: Das Eis im Nordpolarmeer ist laut einem Bericht der Weltbank im September auf ein Rekord-Minimum geschmolzen, extreme Hitzewellen und Dürren hätten im vergangenen Jahrzehnt Staaten wie die USA (Artikelbild) und Russland häufiger heimgesucht als zuvor. Derart extreme Wetterlagen werden nach Erkenntnissen der Wissenschaftler mit zunehmender Erwärmung zur "Normalität" gehören.

US-Unternehmen nehmen Obama in die Pflicht

Vor zwei Tagen forderten mehr als 30 Großunternehmen die US-Regierung zu einem größeren Engagement im Kampf gegen den Klimawandel auf. "Wir können nicht die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel setzen in der falschen Hoffnung, dass die große Mehrheit der Wissenschaftler Unrecht hat", heißt es in dem Appell, der von Adidas, Nike, eBay, Starbucks, Intel, Timberland und The North Face unterzeichnet wurde.

Die 33 Firmen heben ihre eigenen Anstrengungen für die Verringerung von Treibhausgasen hervor. Sie fordern die Regierung von Präsident Barack Obama auf, ähnliche Vorgaben auf nationaler Ebene festzulegen, um die Umwelt zu schützen und zugleich Wettbewerbsgerechtigkeit zu schaffen.

Obama hat den Klimaschutz zu einem der Hauptziele seiner zweiten Amtszeit erklärt und den US-Kongress im Februar aufgefordert, in dieser Hinsicht "mehr" zu tun. Der Präsident drohte damit, notfalls per Dekret Maßnahmen für den Klimaschutz zu bestimmen.

Unter den oppositionellen Republikanern gibt es jedoch eine breite Front gegen Gesetze für den Klimaschutz. Unterstützt wird diese Position von zahlreichen Großkonzernen, die hohe Kosten als Argument gegen Umweltschutzmaßnahmen anführen. Im Senat war 2010 ein Gesetz zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes gescheitert.

Am kommenden Montag (15.04.2013) findet im irischen Dublin eine internationale Konferenz zu den Themen Klimawandel, Hunger und Mangelernährung statt.

se/ml (rtr, afp, dpa)