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Fußball

Düsseldorf zweiter Absteiger

Finale furioso: Augsburg hält die Klasse, Hoffenheim darf in die Relegation. Wer in der Qualifikation zur Champions-League und wer in der Europa League spielt, entscheidet sich ebenfalls erst am letzten Spieltag.

Düsseldorfs Jens Langeneke (l) und Andreas Lambertz stehen nach dem 3:0 für Hannover 96 enttäuscht auf dem Rasen. Foto: Peter Steffen/dpa

Enttäuschung: Langeneke (l.) und Lambertz sind enttäuscht überr den Abstieg

So langweilig das Rennen um die Meisterschaft in dieser Saison war, so spannend war der Abstiegskampf: 1899 Hoffenheim, seit dem 23. Spieltag immer auf dem vorletzten Tabellenplatz, hat das kaum für möglich Gehaltene möglich gemacht: Mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz mussten die Hoffenheimer am letzten Spieltag ausgerechnet beim Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund gewinnen, um überhaupt noch Hoffnung auf den Klassenerhalt zu haben. Und sie gewannen mit 2:1 (0:1). Dabei geriet die TSG zunächst durch das Tor von Robert Lewandowski (6.) früh in Rückstand. Kein Aufbäumen, kein Anrennen, kein Kämpfen war bei den Hoffenheimern zu sehen – bis zur 77. Minute. Durch einen Foulelfmeter, den Sejad Salihovic trat, gelang der Ausgleich. Fünf Minuten später: der nächste Strafstoß für Hoffenheim. Und wieder traf Salihovic, der damit Hoffenheim vor dem fast schon sicher geglaubten Abstieg in die zweite Liga quasi im Alleingang rettete. Beim zweiten Elfer stand Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz im Tor. Er ersetzte BVB-Keeper Roman Weidenfeller, da dieser das elfmeterreife Foul begangen und wegen "Notbremse" die Rote Karte gesehen hatte.

Dann die Nachspielzeit: Marcel Schmelzer erzielte den Ausgleich (90.+3). Hoffenheim war also doch abgestiegen. Aber der Schiedsrichter nahm das Tor wieder zurück: Beim Schuss von Schmelzer stand Lewandowski zentral vor dem Tor im Abseits. Da er noch versuchte an den Ball heran zu kommen und damit aktiv ins Geschehen eingriff, eine korrekte Entscheidung. Aber nichts für schwache Nerven. Diese müssen die Hoffenheimer nun auch in den beiden Relegationsspielen (23.05. und 27.05.2013) behalten. Hoffenheim muss gegen den Dritten der zweiten Liga, den 1. FC Kaiserslautern, um den Klassenerhalt spielen.

Elfmeter gehalten

Große Erleichterung auch in Augsburg. Auf dem Relegationsplatz stehend haben die Kleeblätter einen Rang gut gemacht und es noch auf den 15. Tabellenplatz und damit den Klassenerhalt geschafft. Mit 3:1 (1:0) setzte sich Augsburg gegen die bereits als Absteiger feststehende Mannschaft aus Fürth durch. Dabei hatte das Spiel gar nicht gut für Augsburg angefangen. In der 5. Minute schon gab es einen Elfmeter gegen den FC. Edgar Prib traf für Absteiger Greuther Fürth, aber der Schiedsrichter ließ den Strafstoß noch mal wiederholen, weil einer der Spieler im Elfmeterraum war. Und beim zweiten Versuch hielt Augsburgs Torwart Alexander Manninger den Ball. Noch in der ersten Halbzeit erzielte Tobias Werner (30.) die Führung, die Jan-Ingwer Callsen-Bracker (55.) und der Südkoreaner Ji Dong-Won (75.) noch erhöhten. Florian Trinks' (62.) Tor zum 1:3 brachte Augsburg nicht mehr in Bedrängnis.

Wo zwei Vereine jubeln, ist der dritte der große Verlierer und der heißt Fortuna Düsseldorf: Ausgerechnet Düsseldorf, das vor dem Spieltag als Tabellen-Fünfzehnter die vermeintlich besten Chancen auf den Klassenerhalt hatte. Die Rheinländer verloren in Hannover durch die Gegentore von Mame Diouf (36.) und Didier Ya Konan (61./76.) deutlich mit 0:3 (0:1), rutschten noch auf den 17. Rang ab und steigen damit nur ein Jahr nach dem Aufstieg wieder direkt ab. Nach einer guten Hinrunde waren die Profis nicht routiniert genug, um wichtige Spiele für sich zu entscheiden. Keine der letzten zwölf Partien hat Düsseldorf gewonnen.

Schalke "rettet" Saison

Und noch zwei wichtige Entscheidungen fielen am letzten Spieltag: zum einen die um die Qualifikation für die Champions League, also Platz vier. Das direkte Duell beim SC Freiburg gewann der FC Schalke 04 mit 2:1 (1:0). Julian Draxler (20.) hatte die Gelsenkirchener in Führung gebracht, für den Ausgleich sorgte Jonathan Schmid (54.). Dann war es ausgerechnet ein Freiburger, Julian Schuster (58.), der dem Gegner mit einem Eigentor den Sieg brachte. Aber trotz der Niederlage war es für Freiburg eine hervorragende Saison gewesen: Platz fünf, das beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte. Zum ersten Mal überhaupt spielen die Freiburger in der Europa League.

Dort kickt in der kommenden Saison auch Eintracht Frankfurt. Die Hessen verteidigten durch das 2:2 (1:2) gegen den VfL Wolfsburg den sechsten Rang. Jan Polak (8.) und Diego (19.) trafen für Wolfsburg, Alexander Meier (36., Foulelfmeter) und Ricardo Rodriguez (90. Eigentor) für die Eintracht. Eine tolle Leistung der Frankfurter, die im vergangenen Jahr erst in die Bundesliga aufgestiegen waren.

Tag des offenen Tores

Der Gladbacher Havard Nordtveit (3.v.l.) erzielt das 3:1 gegen Torwart Manuel Neuer. Foto: Federico Gambarini/dpa

Gleich dreimal musste Bayerns Torwart Neuer (l.) hinter sich greifen, hier beim Tor von Nordveit (2.v.r.).

Die meisten Tore fielen im Mönchengladbacher Borussen-Park – es war sozusagen der Tag des offenen Tores: Der deutsche Meister Bayern München hatte an den bisher 33 Spieltagen insgesamt nur vier Auswärts-Gegentore kassiert. Jetzt im letzten Spiel der Saison, beim 4:3 (3:2)-Sieg in Mönchengladbach waren es in den ersten zehn Minuten gleich drei. Martin Stranzl (4. Minute), Mike Hanke (5.) und Havard Nordtveit (10.) brachten die Borussen überraschend deutlich in Führung. Aber nach diesen zehn Minuten rissen sich die Bayern-Profis zusammen, dominierten und drehten die Partie. Javi Martinez (7.), Franck Ribery (18./53.) und Arjen Robben (59.) waren die Torschützen für den deutschen Meister. Mit dem Sieg gelang nicht nur die Generalprobe für das Champions-League-Finale nächste Woche (25.05.2013), sondern auch ein versöhnlicher Abschied für FCB-Trainer Jupp Heynckes. Nach 1010 Spielen als Profi und Trainer verlässt der 68-Jährige die Bundesliga, ausgerechnet an der Spielstätte, wo seine große Karriere begann: in Mönchengladbach.

Torjägerkanone geht an Kießling

Stefan Kießling hat mit seinem Tor nicht nur seinen Leverkusenern den 1:0 (0:0)-Sieg beim Hamburger SV beschert, sondern sich damit auch die Torjägerkrone aufgesetzt. 25 Treffer gelangen dem Stürmer, den Bundestrainer Joachim Löw trotzdem nicht in die Nationalelf berufen will, in dieser Saison. Genau einer mehr als Dortmunds Lewandowski. Leverkusen war der dritte Tabellenplatz sowieso nicht mehr zu nehmen. Hamburg hat den Sprung auf Platz sechs und damit das internationale Geschäft verpasst.

Der VfB Stuttgart hat in den nächsten zwei Wochen viel Arbeit vor sich, wollen die Schwaben beim DFB-Pokalfinale (01.06.2013) gegen Bayern München nicht haushoch verlieren. Gegen den FSV Mainz 05 reichte es nur zu einem 2:2 (2:2). Chinedu Ede (16. Minute) und der erstmals ins DFB-Team berufene Nicolai Müller (42.) mit seinem achtenTreffer waren für die Mainzer erfolgreich. Ein Eigentor des flatterhaften FSV-Torwarts Christian Wetklo (22.) und ein Linksschuss von Arthur Boka (33.) machten das Remis perfekt. Stuttgart beendet die Saison damit als Zwölfter, der FSV wird nach dem neunten Spiel ohne Sieg 13.

Bremen verliert ohne Schaaf

Drei Tage nach der Trennung von Trainer-Urgestein Thomas Schaaf unterlag Werder Bremen 2:3 (1:0) beim 1. FC Nürnberg. Der belgische Nationalspieler Kevin de Bruyne (37.) traf zum 1:0 für die Hanseaten, die von den Schaaf-Assistenten Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach betreut wurden. Per Nilsson (61.) markierte das Ausgleichstor für den Club. Sebastian Polter (81.) und Tomas Pekhart (88.) legten nach. Für Werder traf nochmals de Bruyne (90.). Für Bremen, das erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert hatte, geht eine überaus enttäuschende Saison als 14. zu Ende. Nürnberg dagegen kann mit seinem zehnten Rang durchaus zufrieden sein.

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