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Sport

Déjà-vu nach zwei Jahrzehnten

Natals Bürger fürchten um die Nachnutzung des neuen WM-Stadions. Denn vis-à-vis zur Arena "das Dunas" steht ein mahnendes Beispiel für Event-Bauten, die niemand mehr braucht.

Im Oktober 1991 bereist Papst Johannes Paul II. zum zweiten Mal das größte katholische Land der Welt. Bei seinem ersten Brasilien-Besuch 1980 stand Natal nicht auf dem Routenplan des Reisepapstes. Doch diesmal beehrt seine Heiligkeit die Stadt, die den Namen des Geburtsfestes Jesu Christi trägt: Natal. Deutsch: Weihnachten.

Es sind wirtschaftlich instabile Jahre in Brasilien. Doch die Präfektur von Natal beschließt, dass ein angemessener Empfang für den Pontifex Maximus einer eigens errichteten Begegnungsstätte bedarf. Sie baut für etwa fünf Millionen Euro den "Espaço João Paulo II" (etwa: Ort Johannes Pauls II.). Verschwendungsvorwürfe schmettern die Stadtoberen ab: Der Bau werde hernach als Kulturzentrum und Ort für religiöse Feste dienen.

Ein Papodrom ist genug

Knapp 18 Jahre später ist klar: Natal ist Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Und klar ist auch: Die Stadt braucht ein neues Stadion. Dabei werden Erinnerungen an den Papstbesuch wach: Der Espaço João Paulo II heißt im Volksmund längst Papódromo, ist nie Kulturzentrum geworden und die Zahl der dort abgehaltenen Veranstaltungen ist ziemlich überschaubar.

Fußball WM 2014 Brasilien Stadien Natal Arena das Dunas (Foto: Getty Images)

Natals Bürger fürchten, ihr nagelneues Stadion könnte nach der WM verwaisen

Nun fürchten die Bürger Natals, der Arena "das Dunas" könnte es ähnlich ergehen. Und diesemal stehen nicht nur fünf Millionen Euro, sondern 135 Millionen Euro auf dem Spiel. Im Gegensatz zu Brasilia, Manaus und Cuiaba hat Natal zwar immerhin zwei Vereine, die auf nationaler Ebene spielen und zwischen 5000 und 20.000 Zuschauer ins Stadion locken. Überdimensioniert ist die Dühnenarena dennoch mit seinen mehr als 40.000 Plätzen. Natürlich soll in der Arena "das Dunas" nicht nur Fußball, sondern auch Musik gespielt werden, und … aber das kennen die Einwohner von Natal ja schon.

Das Papodrom beherbergt heute übrigens eine Obdachlosentafel und die Abteilung Strafvollzug der Stadtverwaltung. Die war vorher in einem Gebäude gegenüber dem Papodrom untergebracht. Genau da, wo jetzt die Arena "das Dunas" steht.