1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Dämpfer für griechische Wirtschaft

Die griechische Wirtschaft ist im dritten Quartal stärker geschrumpft als zunächst berechnet. Das lag vor allem an der wochenlangen Schließung der Banken im Sommer.

Video ansehen 01:16

Wachstum in der EU läßt nach

Die Wirtschaftsleistung schrumpfte von Juli bis September um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, weil die zeitweise Schließung der Banken Exporte, Investitionen und Konsum dämpfte. Eine erste Schätzung hatte lediglich ein Minus von 0,5 Prozent ergeben, erklärte das Statistikamt am Freitag in Athen.

Allerdings ist das Ergebnis immer noch besser als von Analysten vorausgesagt: Diese waren ursprünglich von einem Einbruch von 2,7 Prozent ausgegangen. Noch im Frühjahr war die Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Doch im Sommer wurden die Banken drei Wochen lang geschlossen, was die Konjunktur belastete.

Investitionen und Ausfuhren brachen in den drei Sommermonaten um jeweils rund sieben Prozent ein. "Die Verunsicherung hat deutlich auf die Investitionen durchgeschlagen", sagte Ökonom Nikos Magginas von der National Bank. "Die Kapitalkontrollen haben die Exporte sinken lassen."

Wegen des drohenden Euro-Abschieds hoben viele Griechen Geld ab. Die Regierung führte deshalb Kapitalkontrollen ein, um Bankenpleiten zu verhindern. Zeitweise durften nur noch 60 Euro pro Tag abgehoben werden. Dadurch gaben die Verbraucher ein Prozent weniger aus.

Bessere Prognosen

Die Flaute fällt nach Prognosen der Regierung aber weniger heftig aus als zunächst befürchtet. In diesem Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnieren und 2016 um 0,7 Prozent schrumpfen. Zuvor hatte die Regierung einen Rückgang von 2,3 Prozent für 2015 und von 1,3 Prozent für nächstes Jahr vorhergesagt. "Die Wirtschaft dürfte besser abschneiden als lange erwartet", sagte Eurobank-Ökonom Platon Monokroussos. Ein robuster Konsum und steigende Exporte dürften dazu beitragen.

Die internationalen Geldgeber haben vor wenigen Tagen zwölf Milliarden Euro für Griechenland freigegeben, das im Gegenzug neue Reformen beschloss. Um weitere Gelder aus dem 86 Milliarden Euro großen Hilfspaket zu bekommen, müssen bis 11. Dezember noch 13 Maßnahmen vom Parlament zugestimmt werden. Geldgeber und Regierung seien sich über die Liste einig, schrieb die Tageszeitung "Kathimerini" (Freitagausgabe).

Die EU-Kommission teilte am Donnerstag mit, dass die beiden großen griechischen Geldhäuser Alpha Bank und Eurobank wohl ohne staatliche Finanzspritzen über die Runden kommen. Private Investoren würden die Neuausstattung mit Kapital übernehmen, so die Kommission. Die beiden Kreditinstitute gehören zu insgesamt vier großen Banken des Krisenlandes, die von der europäischen Bankenaufsicht überprüft wurden.

bea/dk (reuters, dpa)

Audio und Video zum Thema