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Aktuell Amerika

Cybertechnologie wird neuer CIA-Schwerpunkt

Die CIA steht vor einem der größten Umbauten ihrer Geschichte. Geheimdienstchef Brennan kündigte eine eigene Direktion für "Digitale Innovation" an, sowie zehn Zentren mit spezifischen Schwerpunkten.

Im Kampf gegen die wachsenden Bedrohungen durch Angriffe auf Computersysteme plant die CIA einen umfassenden Umbau ihrer Arbeitsstrukturen. Der US-Auslandsgeheimdienst will dafür eigens ein neues Direktorat "Digitale Innovation" für Cybertechnologie ins Leben rufen, wie CIA-Chef John Brennan in Washington ankündigte.

Die künftige Direktion werde die gleiche Bedeutung haben wie die alteingesessenen. Durch die fortschreitende Digitalisierung werde es für die CIA sonst immer schwieriger, ihre Aufgaben zu erfüllen. "Daher müssen wir als Dienst sicherstellen, dass wir alle Aspekte des digitalen Umfeldes verstehen können", begründete Brennan seine Entscheidung. Das neue fünfte Direktorat soll umfangreiche Ressourcen und Kompetenzen erhalten. Die 1947 gegründete Central Intelligence Agency (CIA) ist bislang in vier Direktorate unterteilt.

Zudem sollen in zehn sogenannten neuen "Mission Centers" Experten aus allen Teilen der Behörde zusammengezogen werden. Die neuen Einsatzzentren sollen die einzelnen Abteilungen des Geheimdienstes enger zusammenführen und vernetzen, sagte Brennan. Bislang seien wegen Rivalitäten zwischen den Abteilungen und auch zwischen verschiedenen US-Geheimdiensten Informationen oft nicht ausgetauscht worden. Die neuen Zentren sollen dem entgegenwirken, wie Brennan vor Journalisten erklärte.

Spione im Netz

Traditionell ist in den USA der Geheimdienst NSA (National Security Agency) für die weltweite Überwachung, Entschlüsselung und Auswertung elektronischer Kommunikation zuständig. So dürften die Pläne des CIA-Chefs ein eigenes Direktorat für modernste Hochtechnologie zu schaffen, noch für Konflikte mit der NSA-Führung sorgen. Denn die Kompetenzen der Geheimdienste könnten sich nach den neuen Plänen Brennans künftig massiv überschneiden.

Die Verbesserung der Cybersicherheit gehört angesichts der seit Jahren steigenden Zahl gefährlicher Angriffe auf Computersysteme zu den zentralen Anliegen der US-Regierung. Zuletzt sorgte ein Hackereinbruch bei der Filmfirma Sony für Aufregung, bei dem sensible Daten an die Öffentlichkeit gelangten. Die US-Regierung machte Nordkorea für die Attacke verantwortlich, Pjöngjang wies dies zurück. Im vergangenen Monat äußerte der Nationale Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, die Einschätzung, dass Angriffe ausländischer Kräfte aus dem Cyberraum eine größere Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten als terroristische Anschläge.

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden über die Spionageattacken der NSA und die Überwachungsaktivitäten der Geheimdienste ist weltweit das Unbehagen an der Datensammelwut der US-Nachrichtendienste deutlich angestiegen.

qu/cw (rtr, APE, afp)