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Kultur

Copyright im digitalen Zeitalter

Seit Jahren schwelt der Streit um das Urheberrecht. Künstler, Autoren und Kreative streiten mit der Computerindustrie – das Justizministerium versucht zu vermitteln. Ist eine schnelle Lösung in Sicht?

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Auch die Justizministerin konnte den Konflikt nicht schlichten: Zwei Mal bereits hatten sich Computerindustrie und Vertreter der Kreativen mit Herta Däubler-Gmelin getroffen, um eine Lösung im Streit um Urheberrechte zu finden. Doch bislang blieben die Bemühungen ohne Ergebnis. Nun sieht es so aus, als hätten die Vermittler aus dem Ministerium in Einzelgesprächen die Streitparteien weichgeklopft. Wohl noch im November soll in einer dritten Runde eine Lösung gefunden werden.

Die Kreativen sehen die Rechte an ihren Werken durch die massenhafte elektronische Vervielfältigung bedroht. Deshalb fordern sie eine Abgabe auf Computer, CD-Brenner und Drucker, ähnlich, wie es etwa bei Kopiergeräten oder Tonbändern schon seit langem üblich ist.

Die Industrie hingegen fürchtet Zusatzkosten von bis zu einer Milliarde DM pro Jahr, die letztlich von den Verbrauchern zu tragen seien. Daher schlägt die Branche statt einer Pauschalabgabe auf jedes verkaufte Gerät ein nutzungsabhängiges Entgelt vor. Nach diesem Modell soll jeder Nutzer nur die Kopien bezahlen, die er herstellt. Diese Vorgehensweise würde allerdings einen effektiven digitalen Kopierschutz voraussetzen, die Einsatzfähigkeit dieser Technik ist aber umstritten.

Kompromiss in Sicht

Dass grundsätzlich auch die digitale Vervielfältigung abgabepflichtig sei, hatte das Justizministerium bereits im Juli 2000 in einem Bericht über die Entwicklung der Urheberrechts- Vergütung angemerkt. "Die Kreativen sind wichtig für die Gesellschaft", stellt die Sprecherin Maritta Strasser fest, "es kann nicht sein, dass sie durch die Nutzung elektronischer Medien enteignet werden." Auch die IT-Branche zeigt sich konsensbereit. "Es scheint ein Kompromiss möglich", sagt Jörg Menno Harms, der Vizepräsident des Branchenverbandes Bitkom, und lobt: "Das Justizministerium hat als Katalysator gewirkt."

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