COP23: US-Klimaschützer und Proteste | Aktuell Welt | DW | 10.11.2017
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UN-Klimakonferenz

COP23: US-Klimaschützer und Proteste

Das Halbzeit-Wochenende der Klimakonferenz steht im Zeichen der USA, unter anderem werden New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg und Arnold Schwarzenegger erwartet. Angekündigt sind zudem neue Protestaktionen.

Deutschland Bonn COP23 Al Gore (Reuters/W. Rattay)

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore in Bonn

Trotz des geplanten Ausstiegs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen zeigen amerikanische Klimaschützer auf der UN-Klimakonferenz in Bonn Präsenz. So sprach der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore am Freitag im Deutschen Pavillon und betonte, er sei optimistisch. Man sei in der Klimadebatte an dem Punkt angelangt, an dem man die Wahrheit nicht mehr ignorieren könne. 

Nach Al Gore wird am Samstag auf der COP23 weitere Prominenz aus den USA erwartet: Zu den prominentesten Sprechern gehören der ehemalige Bürgermeister New Yorks, Michael Bloomberg, und der kalifornische Gouverneur Jerry Brown. Am Sonntagabend soll Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger, der ebenfalls Gouverneur Kaliforniens war, das Treffen besuchen.

Indessen wollen an diesem Samstag erneut auch mehrere tausend Aktivisten für eine umfassende Energiewende demonstrieren. Eine karnevalistische Demonstration, zu der unter anderem Attac Bonn aufgerufen hat, startet am 11.11. um 11.11 Uhr am Bonner Busbahnhof und zieht von dort zum Tagungsort der UN-Weltklimakonferenz. Die Polizei rechnet mit rund 5.000 Teilnehmern. Weitere rund 3.000 Demonstranten werden zu einem zweiten Protestzug durch die Bonner Innenstadt erwartet. 

"Indigene kommen nicht zu Wort"

Die Verhandlungen in Bonn über die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 laufen seit Montag. Vor zwei Jahren hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. In Bonn soll dazu unter anderem ein "Regelbuch" erarbeitet werden.

Auf die Frage, wie die Verhandlungen bisher laufen, antwortete Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig, sie seien zwar zäh, aber im Großen und Ganzen nicht zäher, als man es erwarten würde. Dem deutschen Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth zufolge haben die Teilnehmer schon konkrete Fortschritte in den Gesprächen erreicht. Scharfe Kritik am bisherigen Verlauf kam dagegen von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). "Die Repräsentanten indigener Völker, die aus allen Teilen der Welt angereist sind, kommen nicht zu Wort. Sie warten seit Tagen dringend darauf, als gleichwertige Verhandlungspartner einbezogen zu werden", so GfbV-Brasilien-Expertin Eliane Fernandes Ferreira.

In die entscheidende Phase geht es auf der COP23 am Mittwoch. Dann werden zahlreiche Minister sowie Staats- und Regierungschefs in Bonn erwartet. Der Gipfel mit tausenden Teilnehmern aus mehr als 190 Staaten geht noch bis zum 17. November.

ie/kle (kna, dpa, afp)