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Deutschland

Contra: Sollten Bundesliga-Clubs klotzen wie Real?

Vor Beginn der Fußball-Bundesliga-Saison herrschte auf dem Transfermarkt reichlich Betrieb. Allein Liga-Krösus Bayern hat seinen Kader mit 50 Millionen Euro aufgerüstet, der HSV gab 24 Millionen für neue Spieler aus.

Themenbild Pro und Contra

Über den Millionen-Transfer-Wahnsinn im Fußball kann ich nur den Kopf schütteln. Vielleicht, weil ich der Sohn eines Bankkaufmanns vom alten Schrot und Korn bin. Der hat uns immer eingeimpft, dass es beim Geldausgeben darauf ankommt, Maß zu halten. "Sonst landet ihr irgendwann auf der Nase", warnte mein Vater. Im Fußball dagegen scheint neuerdings Maßlosigkeit en vogue zu sein: Für über 250 Millionen Euro hat Real Madrid Stars eingekauft. Damit mag Glamour garantiert sein, aber noch lange nicht sportlicher Erfolg.

Geld schießt nicht automatisch immer Tore

Ob Nationalstürmer Mario Gomez bei den Münchner Bayern im Gegenwert von 30 Millionen Euro, die er gekostet hat, Treffer erzielen wird, erscheint zumindest fraglich. Es gibt auch billigere Wege, international wettbewerbsfähig zu werden. Das Erfolgsgeheimnis des FC Barcelona, in der vergangenen Saison in Europa das Maß aller Dinge, liegt auch darin, dass der Kern der Mannschaft seit Jahren zusammenspielt. Viele der Barca-Stars kommen sogar aus der eigenen Jugend. Daran sollten sich die deutschen Clubs orientieren, nicht an der Maßlosigkeit der "Königlichen" aus Madrid. Zumal die Bundesligisten die Saat gelegt haben und eigentlich nur noch den Erfolg ernten müssen.

Auf den eigenen Nachwuchs bauen

Dank der vorbildlichen Förderung der vergangenen Jahre sind die deutschen Junioren-Nationalteams in Europa wieder Spitze. Warum geben die Clubs ihren viel versprechenden Talenten nicht viel häufiger als bisher eine Chance, statt Millionensummen in fragwürdige Transfers zu pumpen?

Außerdem sollte die Welt-Finanzkrise die Bundesligavereine doch gelehrt haben, wie schnell Luftschlösser in sich zusammenbrechen können. Wer neidisch auf Real schielt, sollte sich darüber klar sein, dass Madrid hoch pokert. Einzige Sicherheit der Mega-Ausgaben ist ein Fernseh-Vertrag, der Einnahmen von 1,1 Milliarden Euro garantiert. Was aber geschieht, wenn der Medienkonzern pleite geht? Dann landet Real auf der Nase.

Autor: Stefan Nestler

Redaktion: Karin Jäger

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