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Wirtschaft

Conrad Black soll ins Gefängnis

Der tiefe Sturz des früheren Medienunternehmers Conrad Black endet aller Voraussicht nach in einer Gefängniszelle. Black war einst berühmt für seinen schillernden Lebensstil - bis sein Imperium ins Wanken geriet.

Conrad Black (AP Photo/Jerry Lai)

Seine Partys waren legendär: Conrad Black

Eine Richterin in den USA verurteilte den früheren Presseunternehmer am Montag (10.12.2007) wegen Betrugs und Behinderung der Justiz zu sechseinhalb Jahren Haft. Außerdem muss Black 125.000 Dollar (85.000 Euro) Strafe zahlen, und 6,1 Millionen Dollar werden aus seinem Besitz beschlagnahmt. Binnen zwölf Wochen soll sich der 63-Jährige nach dem Willen der Richterin in der Haftanstalt melden. Bis zum Antritt der Strafe könne Black gegen 21 Millionen Dollar Kaution (14,3 Millionen Euro) auf freiem Fuß bleiben, erklärte das Gericht in Chicago. Unklar ist jedoch noch, ob Black Berufung gegen das Urteil einlegen kann.

Der kanadischstämmige Unternehmer war schuldig befunden worden, zusammen mit drei seiner ehemaligen Manager Dutzende Millionen Dollar aus dem im Jahr 2000 erfolgten Verkauf seines früheren Medienkonzerns Hollinger International an die kanadische Gruppe Canvest in die eigenen Taschen abgezweigt zu haben. Danach soll er versucht haben, belastende Dokumente zu vernichten.

Legendäre Partys

Der inzwischen 63 Jahre alte Unternehmer zählte zu den Mitgliedern des internationalen Jet-Sets, seinen Reichtum versteckte er nicht. Legendär waren seine aufwändigen Partys.

Black war zeitweise der drittgrößte Zeitungsherausgeber der Welt. Zu seinem Imperium gehörten Zeitungen wie der Londoner "Daily Telegraph", die kanadische "National Post", die "Jerusalem Post" und die "Chicago Sun-Times". Mit 23 Jahren hatte er seine erste Zeitung gekauft; dann expandierte er weltweit. Im Jahr 2000 gab er seine kanadische Staatsangehörigkeit auf, um in Großbritannien zum Lord geadelt zu werden. Seitdem trägt er den Titel Lord Black of Crossharbour.

"Gierig, gewissenlos"

Seine Gegner porträtierten Black vor Gericht als den Prototypen des gierigen gewissenlosen Unternehmers. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von bis zu 24 Jahren gefordert. Richterin Amy St. Eve sagte bei der Strafmaßverkündung: "Mister Black, Sie haben ein schweres Verbrechen begangen." Sie äußerte Unverständnis für das Vorgehen des Angeklagten: "Ich kann einfach nicht begreifen, wie ein Mann von Ihrer Statur sich so verhalten konnte, wie Sie sich verhalten haben."

Die Geschworenen hatten ihn von insgesamt neun Anklagepunkten freigesprochen, darunter dem Vorwurf, er habe dem Unternehmen rund 40.000 Dollar für die Geburtstagsparty seiner Frau in Rechnung gestellt und das firmeneigene Flugzeug für eine Urlaubsreise benutzt.

Black selbst beteuerte seine Unschuld. Den Richterspruch kommentierte er nicht. Immer wieder hatte er zuvor die Absicht bekundet, nach dem Verfahren ins Geschäftsleben zurückzukehren. Dieses Vorhaben wird er nun wohl auf die lange Bank schieben müssen. (mas)