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Deutschland

Computervirus befällt Bundeswehrrechner

Der weltweit grassierende Computer-Wurm "Conficker" hat mehrere hundert Bundeswehr-Rechner befallen. Einzelne Dienststellen wurden bereits vom Bundeswehr-Netzwerk getrennt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Symbolbild Conficker Virus (Quelle: dpa/DW Montage)

Computervirus befällt Bundeswehrrechner

Das hatte es schon lange nicht mehr gegeben: Einen Computerwurm, der binnen Wochen Millionen von Windows-PC infiziert. Raffiniert ist die Schadsoftware programmiert, die seit Ende 2008 unterwegs ist. Sie nutzt nicht nur eine - seit Oktober eigentlich behobene - Schwachstelle vieler Windows-Versionen aus, sondern hindert zum Beispiel auch Antivirensoftware daran, aktuelle Virensteckbriefe nachzuladen. Doch was der digitale Wurm namens "Conficker" eigentlich anstellen soll, darüber rätseln die Experten noch immer.

Rätselraten über einen Wurm

"Conficker" nutzt nach Angaben von Experten eine Sicherheitslücke in Windows-Betriebssystemen aus, die bereits andere Schädlinge schon 2003 ausgenutzt hatten. Zudem versuche er, schwache Passwörter zu knacken. Auch eine Verbreitung über infizierte Datenträger wie die in vielen Büros beliebten USB-Sticks ist möglich, hieß es. Mit dem Computer-Wurm hatten in der Vergangenheit auch schon die Streitkräfte anderer europäischer Staaten zu kämpfen. In Frankreich beeinträchtigte "Conficker" Mitte Januar das Intranet der Marine. Ein Armeesprecher wies vor wenigen Tagen einen Bericht zurück, wonach mehrere Kampfflugzeuge wegen des Virusbefalls am Boden bleiben mussten. Auch auf Rechnern des britischen Verteidigungsministeriums hatte sich der Wurm vorübergehend ausgebreitet.

Betroffen sind vor allem Firmen und Behörden

Zwei Bundeswehrsoldaten vor einem Laptop (Quelle: dpa)

Ungeschützte Bundeswehr-Rechner?

Zwar gibt es längst ein Sicherheits-Update, das die Schwachstelle schließt. Aber offenbar ist es auf vielen Computern nicht installiert worden, weshalb "Conficker" sich dort einnisten konnte. Nach der Umfrage eines IT-Sicherheitsunternehmens weisen inzwischen etliche Firmenverantwortliche einen Teil der Schuld an der massenhaften Verbreitung des Computer-Schädlings den Systemadministratoren zu. Sie sollen es versäumt haben, die Rechner mit den Updates zu versehen und so zu schützen. Konsequenz: Experten raten dazu, vorhandene Sicherheits-Updates schnellstmöglich zu installieren, sei es auf dem Privat-PC oder dem Firmen-Rechner. Der Computer-Schädling hatte im Januar innerhalb weniger Tage Millionen Rechner weltweit infiziert. Erst am vergangenen Donnerstag hatte Microsoft für Hinweise, die zur Festnahme und Verurteilung der "Conficker"-Urheber führen, eine Belohnung von 250.000 Dollar ausgesetzt. Der Konzern hatte bereits Ende November vor dem Wurm gewarnt. (HF)

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