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Wissen & Umwelt

Computertomograph für Autos und Container

Reingucken ohne aufzumachen – ein Computertomograph im XL-Format soll Baufehler in Autos und Schmuggelware in Containern aufspüren.

Ein Auto wird im Riesen-Computertomographen gescannt (Foto: IIS Fraunhofer)

Forscher am Fraunhofer-Entwicklungszentrum für Röntgentechnik (EZRT) in Fürth wollen bald große Objekte wie Frachtcontainer oder Flugzeugteile in die Röhre schieben. Sie entwickeln den ersten Computertomographen im Riesen-Format. Wie ein überdimensionaler Computertomograph im Krankenhaus bestrahlt das Gerät, dessen Röntgenröhre einen Durchmesser von 14 Metern hat, Objekte von verschiedenen Seiten und erstellt Bilder von deren Innenleben.

Die neue Technik soll Antworten auf die Fragen von Materialprüfern und Zollfahndern liefern, sagt der Leiter des Entwicklungszentrums für Röntgentechnik, Norman Uhlmann: "Welche Objekte sind drin und aus welchem Material bestehen sie? Ist drin, was auch drin sein darf? Wenn man beispielsweise an Container denkt: Sind da vielleicht schmutzige Bomben darin oder werden Menschen geschmuggelt?"

Einsatzbeginn im Jahr 2013

Norman Uhlmann, Leiter Fraunhofer Entwicklungszentrum für Röntgentechnik (EZRT) am Computertomographen (Foto: IIS Fraunhofer)

Norman Uhlmann, Leiter Fraunhofer EZRT

Bei Fahrzeugen könne man beispielsweise überprüfen, ob Kühlerschläuche und Schweißnähte korrekt verlaufen und ob Stecker richtig angesteckt sind, so Uhlmann. Große Gegenstände konnten bisher oftmals nicht ausreichend durchleuchtet werden und mussten für solche Tests geöffnet oder zerlegt werden.

Im Unterschied zu Röntgengeräten, die bereits im Einsatz sind, liefert der neue Computertomograph außerdem dreidimensionale Bilder. "Bisher haben Sie reine Durchstrahlungsbilder. Man kennt das vom Sicherheitsbereich im Flughafen, wenn die Koffer durchleuchtet werden. Das ist zweidimensionale Projektion. Wir nehmen das Objekt aus mehreren Richtungen auf", erklärt Uhlmann.

Derzeit laufen die ersten Tests mit dem Computertomographen. Ab 2013 soll das Gerät unter anderem zum Scannen von Luft- und Seefracht und in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen.

Autor: Gönna Ketels
Redaktion: Andreas Ziemons