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Wirtschaft

Commerzbank wird teilverstaatlicht

Mit der Commerzbank wird im Zuge der Finanzkrise zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte eine deutsche Privatbank teilverstaatlicht. Sie erhält auf diesem Weg noch mehr staatliche Gelder.

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Milliarden, damit die Lichter nicht ausgehen

Die Commerzbank muss zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Milliardenhilfen des Bundes nutzen und wird nun sogar teilverstaatlicht. Der staatliche Rettungsfonds SoFFin stellt der Bank zehn Milliarden Euro zur Verfügung. Das teilte die Commerzbank am Donnerstag (8.1.2009) in einer Börsen-Pflichtmitteilung mit. Damit hält der Bund künftig 25 Prozent plus eine Aktie an der zweitgrößten deutschen Privatbank und erhält ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen und in der Hauptversammlung der Großbank. Die Commerzbank muss zudem mehrere Auflagen des Bundes erfüllen. Neben dem Verzicht auf Dividendenzahlungen werden etwa auch die Gehälter der Spitzenmanager auf 500.000 Euro begrenzt.

Zweite Stütze

Deutschland Dresdner Bank und Commerzbank in Frankfurt

Die Fusion ist teuer

Schon im November hatte der DAX-Konzern, der unmittelbar vor der Übernahme der angeschlagenen Dresdner Bank steht, eine stille Einlage in Höhe von 8,2 Milliarden Euro erhalten. Grund für die erneute Finanzhilfe seien unerwartet hohe Abschreibungen bei der Dresdner Bank, die die Commerzbank im Januar übernehmen will.

Die Bundesregierung kläre mit der EU-Kommission die beihilferechtlichen Details, teilte die Bank mit. Das Bundesfinanzministerium sprach am Donnerstag in Berlin von einem "starkem Signal für eine starke Commerzbank". Die Beteiligung des Bundes sei "keine Teilverstaatlichung, sondern Wahrnehmung unserer Verantwortung für einen der großen deutschen Akteure am Finanzmarkt", sagte Sprecher Torsten Albig.

Zusätzlich will die Allianz als bisherige Eigentümerin der Commerzbank deren Kapitalausstattung mit einer stillen Einlage in Höhe von 750 Millionen Euro stärken. Außerdem werde die Allianz verbriefte Wertpapiere der Dresdner für etwa 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Deren Eigenkapitalanforderungen würden damit um 700 Millionen Euro entlastet. "Damit steht die Übernahme der Dresdner Bank kurz vor dem Abschluss", schrieb die Commerzbank.

480 Milliarden zur Verfügung

Der Ende Oktober gegründete Sonderfonds zur Stabilisierung der Finanzmärkte (SoFFin) hat rund 480 Milliarden Euro zur Verfügung. 400 Milliarden Euro sind für Garantien vorgesehen, 80 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung von Banken oder den Ankauf maroder Wertpapiere. Insgesamt sind einschließlich der erneuten Hilfe für die Commerzbank nun mehr als 110 Milliarden Euro zugesagt worden. (sam/mas)

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