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Commerzbank-Chef Blessing hört nächstes Jahr auf

Martin Blessing verzichtet auf eine angebotene Vertragsverlängerung. Der Chef der Commerzbank will ein neues Kapitel aufschlagen. Er war bei dem Geldinstitut vor allem ein Krisenmanager.

Martin Blessing habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus-Peter Müller am Sonntag mitgeteilt, dass er ein Angebot zur Verlängerung seines Vertrags nicht annehmen wolle, teilte die Commerzbank in Frankfurt am Main mit. "Ich habe mich über das Angebot einer Vertragsverlängerung und das mir dadurch entgegengebrachte Vertrauen sehr gefreut", erklärte Blessing. "Trotzdem habe ich mich nach langem und intensivem Nachdenken entschieden, das Angebot nicht anzunehmen."

Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, sagte Blessing. "Denn die Bank und meine Kollegen sind mir ans Herz gewachsen." Er wolle nach 15 Jahren im Vorstand der Commerzbank, davon die Hälfte als Vorstandschef, ein neues Kapitel in seinem beruflichen Leben aufschlagen, erklärte er die Entscheidung. Seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag wolle er aber "gerne erfüllen".

Müller bedauerte den Rückzug, den er jedoch respektiere. Er "habe eine hohe Wertschätzung für seine erfolgreiche Arbeit und sein Commitment, sich während der verbleibenden Zeit für die Bank weiterhin hochengagiert einzusetzen", erklärte der Aufsichtsratschef. Das gebe der Bank die Möglichkeit, einen geordneten Nachfolgeprozess zu gestalten.

Durch die Krise gebracht

Die Nummer zwei nach der Deutschen Bank kämpft sich weiter durch eine lange Krise: Im Mai 2009 hatte Blessing den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank übernommen. Ein halbes Jahr zuvor, im Herbst 2008, hatte die durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers verusachte Weltwirtschaftskrise die Bank schwer getroffen.

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main (Foto: dpa)

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main

Kurz zuvor hatte das Geldhaus die Dresdner Bank übernommen, in deren Bilanzen sich durch deren Pleite große Risiken offenbarten. Um durch die Finanzkrise zu kommen, erhielt die Commerzbank damals mehr als 18 Milliarden Euro vom Staat und begann daraufhin ein striktes Sparprogramm. Tausende Mitarbeiter wurden entlassen.

Nach einem Gewinnsprung - sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr 2015 - legte der teilverstaatlichte Dax-Konzern Millionen für eine Ausschüttung an die Anteilseigner zurück. Am Montag legt die Commerzbank neue Quartalszahlen vor.

nem/fab (dpa, afp)

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