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Kultur

Clinton mahnt bessere Frühwarnung an

Drei Tage lang beraten Politiker und Wissenschaftler aus aller Welt in Bonn, wie Katastrophen-Frühwarnsysteme künftig verbessert werden können. Zu Gast ist unter anderem auch Ex-US-Präsident Bill Clinton.

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Kaum ein Jahr ist vergangenen, seit eine gewaltige Flutwelle über die Küsten Asiens hinwegrollte - mehr als 200.000 Menschen fanden damals den Tod. Verhindern können hätte man den Tsunami nicht - aber viele Menschen hätten damals wohl nicht in den Fluten sterben müssen, wenn es im Indischen Ozean ein funktionierendes Frühwarnsystem gegeben hätte.

Große Lücken - Trotz Tsunamis

Clinton, der in seiner Funktion als UN-Sonderbotschafter für den Wiederaufbau der vom Tsunami verwüsteten Regionen an der Konferenz teilnimmt, forderte dann auch internationale Anstrengungen, um ein besseres Frühwarnsystem einzurichten. Dies müsse "globale Priorität" haben, sagte der Ex-Präsident. Noch immer gebe es zu große Lücken in der Frühwarnung - obwohl der Tsunami in Südasien ein "deutlicher Weckruf" gewesen sei.

Zwar werde das geplante Warnsystem für den Indischen Ozean ab Juni dieses Jahres zur Verfügung stehen - vollkommene Sicherheit für die Menschen an den Küsten bedeute dies aber nicht, sagte Clinton. Denn eine der größten Hürden der Frühwarnung, die "letzte Meile" - also der Kontakt mit und die Einbeziehung der Bevölkerung -, sei noch immer nicht genommen. Als Beispiel dafür führte Clinton die Zerstörung von New Orleans durch den Hurrikan "Katrina" an: Hier hätten die US-Behörden von der Gefahr gewusst, "aber als 'Katrina' dann da war, gab es keine angemessene Vorbereitung."

Frühwarnung "kein Privileg der Reichen"

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte international koordinierte Anstrengungen. Das schwere Erdbeben in Pakistan oder Hurrikan "Katrina" hätten noch einmal bildhaft vor Augen geführt, wie wichtig eine wirkungsvolle Frühwarnung sei. So hätten tausende Menschenleben gerettet werden können. Auch der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Jan Egeland, mahnte ein geschlossenes Handeln der internationalen Gemeinschaft an. Die wissenschaftlichen und technologischen Voraussetzungen dafür seien vorhanden - doch es sei auch eine Frage "des politischen Willens und der finanziellen Mittel". Frühwarnung dürfe nicht nur "ein Privileg der Reichen" sein, sagte er.

Auf der Konferenz beraten rund 1200 Experten und Politiker aus aller Welt darüber, wie die Frühwarnung vor Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hochwasser, Dürre oder Schlammlawinen künftig verbessert werden kann. Ziel ist es, der Politik ein Instrumentarium an die Hand zu geben, das sich in konkrete Projekte umsetzen lässt. (olt)

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