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Welt

Clinton empört mit Kennedy-Bemerkung

Hillary Clinton hat für eine Bemerkung über den Mord an Robert Kennedy harsche Kritik geerntet. Das Attentat auf den damaligen Kandidaten Kennedy sei ein Grund, warum sie im Duell mit Obama noch nicht aufgeben wolle.

Hillary Rodham Clinton (23.5.2008, Quelle: AP)

Clinton hat sich mittlerweile für die Entgleisung entschuldigt

Ist es Nervosität oder einfach nur eine Geschmacklosigkeit? Hillary Clinton wollte erklären, warum sie noch immer im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten mitmischt, obwohl sie so gut wie keine Chance mehr hat – und hat sich dabei schwer im Ton vergriffen. Am Freitag (23.5.2008) erinnerte die Ex-First-Lady daran, dass der damalige demokratische Bewerber Robert Kennedy kurz vor seiner Nominierung 1968 erschossen worden war. "Wir erinnern uns alle daran, dass Bobby Kennedy im Juni in Kalifornien ermordet wurde", sagte Clinton.

Obama erhielt tatsächlich Morddrohungen

Barack Obama (Archiv, Quelle: AP)

Er hat tatsächlich mehrere Morddrohungen erhalten

Clintons Rivale Obama hat in den vergangenen Monaten mehrere Morddrohungen erhalten. Seine Anhänger wiesen wiederholt darauf hin, Obama könne ähnlich wie Robert Kennedy oder der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet werden. Nach einer empörten Reaktion des Obama-Lagers entschuldigte sich Clinton für ihren verbalen Patzer.

Clinton zog die historische Parallele am Freitag in einem Interview mit der Zeitung "Argus Leader", um zu verdeutlichen, dass sich Präsidentschaftsnominierungen in der Vergangenheit oftmals bis in den Juni hineingezogen hätten. "Mein Ehemann hatte die Kandidatur 1992 erst in trockenen Tüchern, als er die Vorwahlen in Kalifornien irgendwann Mitte Juni gewonnen hatte, nicht wahr?", erklärte die Senatorin. Sie verstehe daher nicht, warum sie im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur bereits jetzt das Handtuch werfen solle.

"Das war nicht meine Absicht"

Das Obama-Lager kritisierte die Äußerungen der ehemaligen First Lady. "Die Bemerkung von Senatorin Clinton zum Argus Leader war unglücklich und hat keinen Platz in diesem Wahlkampf", teilte Obamas Wahlkampfsprecher Bill Burton mit. Vor Journalisten entschuldigte sich Clinton daraufhin: "Ich bedauere, wenn mein Verweis auf diesen Moment des Traumas für unser gesamtes Land und insbesondere für die Kennedy-Familie in irgendeiner Weise beleidigend war. Das war absolut nicht meine Absicht." Eine Sprecherin von Clinton fügte hinzu, die Senatorin habe lediglich veranschaulichen wollen, dass das Rennen noch bis Juni offen sei. Jede andere Auslegung sei falsch.

Obama fast uneinholbar

Obama hat bei den Stimmen der gewählten Delegierten einen fast uneinholbaren Vorsprung zu Clinton. Die letzten Vorwahlen finden am 3. Juni in den Bundesstaaten South Dakota und Montana statt. Auf dem Parteitag der Demokraten Ende August wird der Kandidat dann offiziell bestimmt. Die Präsidentenwahl selbst findet am 4. November statt.

Ein Sohn des ermordeten Senators, Robert Kennedy Jr., betonte in einer Stellungnahme, er fühle sich durch Clintons Aussage nicht verletzt. "Ich verstehe, wie aufgeladen die Atmosphäre ist", sagte er nach CNN-Angaben.

Nach der Ermordung Robert Kennedys, eines Bruders des 1963 ebenfalls ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, hatte bei den Demokraten Hubert H. Humphrey das Rennen gemacht, der dann gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Richard Nixon unterlag. Bei Edward Kennedy, einem jüngeren Bruder von John F. und Robert Kennedy, wurde vor einigen Tagen ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert. Im Vorwahlkampf hatte Edward Kennedy sich hinter Obama und gegen Clinton gestellt. (mg)

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