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Pressemitteilungen

Claudia Roth: "Todesstrafe ist brutal und sinnlos"

Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung im Interview mit DW-WORLD.DE

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Claudia Roth, Mitte, am Samstag, 2.Oktober auf dem 23. Bundesparteitag von Bündnis 90 / Die Grünen in Kiel


"Die Todesstrafe verstößt gegen unveräußerliche Menschenrechte. Sie ist brutal und sinnlos." Das sagte die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), in einem Interview mit
DW-WORLD.DE, dem Internetangebot der Deutschen Welle. Anlässlich des 2. Weltkongresses gegen die Todesstrafe in Montreal (Kanada) erklärte die Parteivorsitzende der Grünen, sie versuche in bilateralen Gesprächen mit den betroffenen Ländern, das Problembewusstsein zu fördern. Roth: "Auch wenn sich das nach einer Sisyphosarbeit anhört – die fortdauernde Aufmerksamkeit der Bundesregierung und das beständige Vertreten unserer Haltung haben eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung in manchen Ländern." Nach Angaben von Amnesty International rangieren die USA hinter China und dem Iran auf Rang drei mit 65 Hinrichtungen im Jahr 2003. Derzeit warten 3.500 Verurteilte in den USA auf ihre Hinrichtung, darunter Minderjährige und Menschen mit geistiger Behinderung.


Die Todesstrafe, so Roth zu DW-WORLD.DE weiter, habe keine abschreckende Wirkung. US-Staaten wie Illinois und Missouri, die die Todesstrafe praktizieren, "haben eine deutlich höhere Mordrate als ihre Nachbarstaaten Wisconsin und Iowa, die die Todesstrafe abgeschafft haben". Die Bundesregierung werde weiterhin für die Ächtung und Abschaffung der Todesstrafe kämpfen, etwa in Form gemeinsamer EU-Abkommen. "Durch unsere gemeinsame Vorgehensweise ist natürlich die Außenwirkung weit größer als im Alleingang", sagte Roth der Deutschen Welle. Es gebe zum Glück auch Fortschritte: "Die Türkei hat die Todesstrafe abgeschafft, in Russland ist sie durch die Bemühungen des Europarates auf Eis gelegt."6. Oktober 2004



  • Datum 07.10.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5faM
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